D-Wave: Florida Atlantic kauft 20-Millionen-System

D-Wave verzeichnet einen massiven Auftragszuwachs, leidet aber unter einem drastischen Umsatzrückgang. Analysten bleiben trotz der gemischten Bilanz zuversichtlich.

D-Wave Quantum Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz bricht um 81 Prozent ein
  • Auftragsbuchungen steigen auf 33,4 Millionen Dollar
  • Nettoverlust fällt geringer aus als befürchtet
  • Analysten bestätigen positive Bewertungen trotz Kursrutsch

D-Wave Quantum liefert derzeit ein Lehrstück über Erwartung und Realität im Quantencomputing. Der Umsatz bricht ein, die Aufträge ziehen massiv an, und die Aktie rutscht trotzdem weiter ab. Genau diese Mischung macht den Wert so schwer greifbar.

Umsatz schwach, Aufträge stark

Am 12. Mai legte D-Wave Zahlen für das Auftaktquartal vor. Der Umsatz fiel um 81 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar, weil ein großer Systemverkauf ausblieb.

Damit verfehlte das Unternehmen die Markterwartung von 4,14 Millionen Dollar um rund 30 Prozent. Das ist der Kern des Problems: Die Nachfragegeschichte klingt stark, die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt sie noch nicht.

Beim Ergebnis sah das Bild etwas weniger düster aus. Der Nettoverlust lag bei 18,4 Millionen Dollar oder 0,05 Dollar je Aktie und fiel damit niedriger aus als erwartet. Belastet haben höhere operative Kosten und eine schwächere Bruttomarge.

Mildernd wirkte ein Steuerertrag aus der Übernahme von Quantum Circuits. Er lag bei 28,5 Millionen Dollar und verhinderte, dass der Verlust noch deutlicher ausfiel.

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Die Auftragsseite erzählt eine ganz andere Geschichte. Die abgeschlossenen Buchungen erreichten 33,4 Millionen Dollar und lagen damit nahezu zwanzigmal so hoch wie im Vorjahr; gegenüber dem direkten Vorquartal betrug das Plus 149 Prozent.

Ein wichtiger Baustein war ein Systemkauf der Florida Atlantic University über 20 Millionen Dollar. Hinzu kam ein zweijähriger Enterprise-Vertrag für Quantum Computing as a Service über 10 Millionen Dollar mit einem großen US-Konzern.

Analysten bleiben konstruktiv

Die Zahlen lösten mehrere Kurszielanpassungen aus. Der Grund liegt weniger in einem Bruch der langfristigen These, sondern in der schwachen kurzfristigen Umsatzbasis.

  • Mizuho senkte das Ziel von 31 auf 29 Dollar und blieb bei „Outperform“.
  • Canaccord reduzierte das Ziel von 43 auf 41 Dollar und bestätigte „Buy“.
  • Jefferies-Analyst Kevin Garrigan blieb bei „Buy“ und einem Ziel von 45 Dollar.

Der Analystenkonsens bleibt damit erstaunlich robust. Insgesamt decken 13 Analysten die Aktie ab; das durchschnittliche Kursziel liegt bei 34,77 Dollar und signalisiert deutliches rechnerisches Aufwärtspotenzial.

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Canaccord ordnet D-Wave inzwischen stärker als langfristigen Konzeptwert ein. Die Aktie handelt auf hohen Bewertungsmultiplikatoren gemessen an erwarteten Umsätzen späterer Jahre. Das erklärt, warum selbst gute Auftragsmeldungen kurzfristige Schwächen nicht automatisch ausgleichen.

Aktie bleibt unter Druck

Am Freitag schloss die Aktie bei 17,48 Euro, ein Tagesminus von 7,29 Prozent; auf Wochensicht steht ein Rückgang von 8,93 Prozent. Seit Jahresanfang liegt der Titel 27,18 Prozent im Minus, bleibt über zwölf Monate aber 77,22 Prozent im Plus und notiert unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 20,01 Euro.

Operativ verweist D-Wave auf verbleibende Leistungsverpflichtungen von 42 Millionen Dollar. Die Bilanz wirkt mit einer Liquiditätskennziffer von 42,38 ungewöhnlich komfortabel, zudem hält das Unternehmen mehr Barmittel als Schulden.

Für die nächsten beiden Quartale stellt das Management steigende Umsätze in Aussicht. Erwartet werden 6,26 Millionen Dollar und danach 12,85 Millionen Dollar, während der Verlust je Aktie jeweils bei 0,08 Dollar liegen soll.

Der nächste feste Termin ist der erste Investor Day am 1. Juni an der New York Stock Exchange. Dort muss D-Wave die Brücke zwischen Auftragsboom und Umsatzlücke klarer erklären— genau diese Lücke bestimmt derzeit die Bewertung.

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