D-Wave Quantum wechselt die Börse. Der Anbieter von Quantencomputern verlässt die New York Stock Exchange und geht zur Nasdaq. Der Kurs steckt derzeit tief im Minus – der Zeitpunkt für einen Neustart könnte kaum symbolischer sein.

Der Wechsel wird nach Handelsschluss am 24. Juli 2026 wirksam. Ab dem 27. Juli notiert die Aktie dann an der Nasdaq, weiterhin unter dem Kürzel „QBTS“. D-Wave erklärt, alle Nasdaq-Anforderungen zu erfüllen. Das Unternehmen rechnet mit einem reibungslosen Übergang ohne Unterbrechung des Handels.

Aus Sicht von D-Wave passt die Nasdaq besser zum eigenen Profil. Die Börse positioniert sich seit Jahren als Handelsplatz für Technologie-Innovatoren. Für einen kommerziellen Quantencomputing-Anbieter wie D-Wave ist das ein naheliegender Umzug.

Kurs unter Druck, Geschäft läuft besser

Während die Börsenpapiere ausgetauscht werden, zeigt der Kurs eine andere Richtung. Die Aktie steht aktuell bei 14,48 Euro und liegt damit 62 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,48 Euro aus dem Oktober 2025. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier gut 27 Prozent.

Die Geschäftszahlen erzählen eine andere Geschichte. Im ersten Quartal meldete D-Wave einen Auftragseingang von 33,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 1.994 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 149 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025.

Mehr als 31 Prozent dieser Aufträge kamen von kommerziellen Kunden, nicht von öffentlichen Institutionen. Das ist ein wichtiges Signal für ein Unternehmen, das lange stark von staatlicher Forschungsförderung abhing. Im Januar verkaufte D-Wave zudem ein Annealing-Quantensystem an die Florida Atlantic University – für 20 Millionen Dollar.

Im Mai hob das Management die Jahresprognose an. Für 2026 erwartet D-Wave den Abschluss von zwei bis drei Systemverkäufen, mindestens zwei Auslieferungen sollen noch in diesem Jahr folgen.

Forschungsgelder für die nächste Technologiegeneration

Neben dem Systemverkauf treibt D-Wave auch die Grundlagenforschung voran. Die Tochtergesellschaft Quantum Circuits LLC erhielt am 1. Juli 2026 eine Förderung der National Science Foundation über 1.566.250 Dollar. Das Geld fließt in das ERASE-Projekt, das Zugang zu D-Waves supraleitenden Dual-Rail-Gate-Modell-Ressourcen schafft. Ziel ist die Entwicklung fehlertoleranter Quantentechnologie. Die Yale University leitet diese Kooperation.

D-Wave ist außerdem Partner von QuantumCT. Diese öffentlich-private Initiative unter Führung der University of Connecticut und Yale baut Testumgebungen für Quantencomputing auf. Das Projekt erhielt eine zweijährige Förderung von 15 Millionen Dollar durch die NSF.

Der Börsenwechsel selbst ändert am operativen Geschäft nichts. Er verschafft D-Wave aber Zugang zu einem Anlegerkreis, der stärker auf Technologiewerte fokussiert ist. Ob das reicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, entscheidet sich an den kommenden Systemverkäufen – nicht am Börsenparkett.