D-Wave Quantum meldet neue Fördergelder. Die Börse reagiert kaum. Ein massiver Umsatzeinbruch und akademische Zweifel belasten aktuell das Sentiment. Anleger blicken nun auf einen weitaus größeren Deal.

Kleines Geld, große Hoffnungen

Die National Science Foundation bezuschusst das ERASE-Projekt der Yale University. D-Wave erhält dafür 1,57 Millionen US-Dollar. Die Tochtergesellschaft Quantum Circuits LLC liefert die nötige Hardware für fehlertolerante Quantencomputer. Ein netter Erfolg. Er ändert aber wenig am Gesamtbild.

Viel wichtiger ist eine andere Summe. D-Wave hat eine unverbindliche Zusage über 100 Millionen US-Dollar aus dem CHIPS Act. Unterschrieben ist noch nichts. Ein fester Vertrag könnte den Aktienkurs nach unten absichern. Marktbeobachter sehen in diesem schwebenden Deal den wichtigsten Katalysator für die nahe Zukunft.

Umsatzkollaps und akademischer Streit

Operativ hakt es derweil gewaltig. Der letzte Quartalsbericht offenbarte einen dramatischen Einbruch. Die Umsätze schrumpften im Jahresvergleich um 81 Prozent. CEO Alan Baratz nannte die Entwicklung unbeständig. Investoren sehen darin eine massive Untertreibung.

Parallel kämpft das Unternehmen um seinen technologischen Ruf. Ein akademischer Streit zieht weite Kreise. Forscher bezweifeln die angebliche Quantenüberlegenheit des Advantage2-Prozessors. Klassische Algorithmen könnten die Ergebnisse möglicherweise nachbilden. Das bedroht die grundlegende Wachstumsstory des Konzerns.

Hohe Schwankungsbreite

Die Unsicherheit spiegelt sich im Kurs wider. Am Freitag schloss das Papier bei 19,91 Euro. Auf Sicht eines Monats steht ein Minus von rund 16 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit rutschte die Aktie unter ihren 50-Tage-Durchschnitt von 20,46 Euro. Die Volatilität bleibt extrem hoch. Nachrichten treiben den Kurs schnell in beide Richtungen.

Im laufenden dritten Quartal rücken zwei Faktoren in den Mittelpunkt. Das Management muss die unverbindliche Zusage aus dem CHIPS Act in einen rechtskräftigen Vertrag umwandeln. Gelingt das nicht, droht neuer Verkaufsdruck. Zeitgleich erfordert die Debatte um die Prozessorleistung handfeste technische Beweise. Solange diese fehlen, deckelt der wissenschaftliche Streit das Aufwärtspotenzial der Aktie.