Der Umsatz bricht ein, die Auftragsbücher platzen. Bei D-Wave Quantum klaffen Realität und Zukunftserwartung weit auseinander. Das US-Handelsministerium plant nun einen direkten Einstieg bei dem Quantencomputer-Spezialisten.
Am Aktienmarkt sorgt diese Mischung für extreme Bewegungen. Allein in den vergangenen Tagen schoss der Kurs um 62 Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei 25,41 Euro. Die annualisierte Volatilität von fast 144 Prozent zeigt das rasante Tempo.
Volle Auftragsbücher, leere Kassen
Die Zahlen zum ersten Quartal zeichnen ein extremes Bild. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 81 Prozent auf magere 2,9 Millionen US-Dollar. Parallel dazu explodierte der Auftragseingang auf 33,4 Millionen US-Dollar.
Zwei Deals treiben diese Entwicklung. Ein Systemverkauf an die FAU bringt 20 Millionen US-Dollar. Ein Servicevertrag mit einem Großkonzern steuert weitere 10 Millionen bei. Der Auftragsbestand wuchs dadurch um fast 2.000 Prozent.
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Unterm Strich bleibt das Geschäft defizitär. Der Nettoverlust lag im abgelaufenen Quartal bei 18,4 Millionen US-Dollar.
Washington kauft sich ein
Nach der Fusion mit QCi sitzt D-Wave auf einem Rekordpolster. Die liquiden Mittel summieren sich auf 588,4 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt massiver politischer Rückenwind aus Washington.
Das US-Handelsministerium plant eine direkte Beteiligung. Über den CHIPS Act fließen 100 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Im Gegenzug erhält die Regierung Aktien. Das Geld finanziert neue Anlagen in Florida, Connecticut und Kanada.
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Dieser Schritt markiert eine neue Phase im Technologie-Wettlauf. Die USA investieren aktuell gut zwei Milliarden US-Dollar in neun Quanten-Firmen. Sie reagieren damit auf Chinas 15. Fünfjahresplan. Peking priorisiert die Technologie massiv und präsentierte kürzlich eigene Hardware.
Blick auf den Investor Day
Am 1. Juni steht der nächste wichtige Termin an. Auf dem Investor Day muss das Management konkrete Antworten liefern. Das Ziel: Die Rekordaufträge müssen schnell in echten Umsatz fließen.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 10,8 Milliarden US-Dollar ist das Unternehmen teuer bewertet. Die frischen Staatsmillionen sollen nun die Skalierung der Systeme beschleunigen. Gelingt dieser Übergang, festigt D-Wave seine Rolle in der US-Infrastruktur.
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