Während Tech-Werte abrutschen, glänzen Quanten-Aktien. US-Präsident Donald Trump hat am Montag zwei weitreichende Dekrete unterzeichnet. Sie sollen die heimische Quantencomputer-Industrie schützen und massiv beschleunigen. Davon profitiert besonders D-Wave Quantum.

Der breite Markt schwächelte am Dienstag spürbar. Der Nasdaq verlor über zwei Prozent. D-Wave legte indes gegen den Trend auf 22,07 Euro zu. Das Handelsvolumen lag mit 46,5 Millionen Aktien weit über dem Durchschnitt.

Auf Wochensicht steht nun ein Plus von rund elf Prozent. Damit hat der Kurs die 50-Tage-Linie bei 20,01 Euro klar hinter sich gelassen. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier sogar einen Zuwachs von 71 Prozent.

Regierung erzwingt Quanten-Wende

Die neuen Vorgaben aus Washington setzen klare Fristen. Bis 2028 soll ein forschungsfähiger US-Quantencomputer einsatzbereit sein. Bis 2031 müssen Bundesbehörden ihre Systeme auf quantensichere Verschlüsselung umstellen. Die Folge: direkter Handlungsdruck. Anbieter mit praktischen Lösungen rücken in den Fokus von Regierungsaufträgen.

D-Wave hat sich bereits in Position gebracht. Erst im Vormonat sicherte sich das Unternehmen Fördergelder in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Im Gegenzug erhält das US-Handelsministerium Aktien im gleichen Wert. Diese politische Rückendeckung stärkt die Marktposition des Unternehmens.

Analysten heben Kursziele an

Die Wall Street reagiert positiv auf die Entwicklungen. Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hob sein Kursziel kürzlich auf 35 US-Dollar an. Er lobte die erweiterte technologische Roadmap des Konzerns. D-Wave plant bis 2030 ein System mit zehn logischen Qubits. Zwei Jahre später soll sich die Kapazität verzehnfachen.

Auch Roth Capital zeigt sich optimistisch. Die Analysten erhöhten ihr Ziel auf 40 US-Dollar. Sie sehen in der zweigleisigen Strategie des Unternehmens ungenutztes Wachstumspotenzial. Im Schnitt rufen 15 Experten ein Kursziel von knapp 37 US-Dollar aus.

Technologisch steht der nächste Schritt kurz bevor. Im September 2026 startet ein neuer Quanten-Simulator auf der hauseigenen Cloud-Plattform. Er soll fehlerbewusstes Programmieren ermöglichen und bis zu 21 Qubits unterstützen.

Extreme Bewertung trifft auf hohe Erwartungen

Trotz der guten Nachrichten bleibt die Bewertung sportlich. D-Wave bringt derzeit gut neun Milliarden US-Dollar auf die Waage. Dem steht ein bisheriger Jahresumsatz von lediglich 12,4 Millionen US-Dollar gegenüber. Das entspricht einem extrem hohen Kurs-Umsatz-Verhältnis von 735.

Immerhin wächst das finanzielle Polster. Die liquiden Mittel stiegen im Jahresvergleich um 93 Prozent auf fast 588 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Markt mit Erlösen von rund 42 Millionen US-Dollar.

Die Dekrete aus Washington garantieren noch keine direkten Einnahmen. Sie liefern den Behörden lediglich einen verbindlichen Zeitplan. Der anstehende Quartalsbericht muss nun beweisen, dass D-Wave das politische Interesse in konkrete Aufträge ummünzen kann. Gelingt das nicht, droht bei der aktuellen Bewertung ein harter Rückschlag.