D-Wave Quantum hat ein Problem, das sich mit technischen Fortschritten allein nicht lösen lässt: Das Unternehmen muss aus seinen Quantencomputern deutlich mehr Umsatz machen. Für das laufende Jahr werden Erlöse von weniger als 50 Millionen US-Dollar und ein Nettoverlust von rund 100 Millionen US-Dollar erwartet. An der Börse ist die Geduld zuletzt spürbar geschwunden.

Kurs ist ein Indikator für allgemeine Unzufriedenheit

Am Dienstag erholte sich die Aktie um 2,44 % auf 9,23 Euro. An den fünf vorherigen Handelstagen hatte sie rund 13 % eingebüßt. Anfang August kostete das Papier noch annähernd 20,00 Euro. Seither hat es mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.

Dabei arbeitet D-Wave an der industriellen und kommerziellen Basis seines Geschäfts. Mitte Oktober verlängerte das Unternehmen seine mehrjährige Zusammenarbeit mit SkyWater Technology. Der US-Halbleiterfertiger unterstützt die Entwicklung und Produktion supraleitender Quantenprozessoren am Standort Minnesota.

Ebenfalls Mitte Oktober meldete D-Wave die Ankunft eines Advantage2-Systems im italienischen Como. Das Projekt beruht auf einer bereits 2025 geschlossenen Vereinbarung über zehn Millionen Euro mit Swiss Quantum Technology. Der Partner sicherte sich für fünf Jahre die Hälfte der Rechenkapazität und erhielt eine Kaufoption für das gesamte System. Die Ankunft der Hardware war allerdings noch keine Bestätigung der Inbetriebnahme.

Solche Projekte zeigen, dass D-Wave seine Technologie über die Entwicklungsphase hinaus vermarktet. Wie schnell sich daraus ein größerer Umsatzstrom entwickelt, bleibt angesichts der bisherigen Geschäftszahlen eine wirtschaftliche Herausforderung.

Die Analysten rechnen weiterhin mit erheblichen Kurssteigerungen. B. Riley bestätigt nun seine Kaufempfehlung, das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt im Durchschnitt mehr als 230 % über dem aktuellen Börsenpreis.

Am 10. November legt D-Wave seine Quartalszahlen vor. Dann erhalten Anleger neue Daten zur Umsatzentwicklung und zum Mittelverbrauch. Besonders interessant ist, ob sich die Fortschritte bei Kundenprojekten inzwischen auch in den Erlösen bemerkbar machen. Analysten lassen sich davon derzeit indes wohl eher nicht beeindrucken. Die hohen Kursziele bleiben.