D-Wave Quantum kommt an der Börse kaum vom Fleck. Am Freitag kostete die Aktie 14,66 Euro und legte damit lediglich 0,31 % zu. Viel wichtiger als diese Tagesbewegung ist die große Spanne zwischen dem aktuellen Kurs und den Analystenerwartungen. Einzelne Kursziele reichen bis 35 Dollar. Der Markt bewertet das Unternehmen damit erheblich vorsichtiger als einige Analysten.

Neue Geschäftsmöglichkeiten sollen diese Lücke langfristig schließen. D-Wave arbeitet mit CGI an Anwendungen für Logistik, Transport und Einzelhandel. Zum Einsatz kommen sollen unter anderem das Advantage2-System und hybride Solver. Für Unternehmen geht es dabei um konkrete Aufgaben wie Routenplanung, Lieferketten oder die Einsatzplanung.

Der Umsatz ist weiterhin die große Frage für die Aktie der D-Wave Quantum

Noch lässt sich daraus kein entsprechender Umsatz ableiten. Die Kooperation zeigt aber, in welche Richtung D-Wave sein Geschäft entwickeln will. Quantenrechner sollen nicht nur als technische Systeme angeboten werden, sondern Lösungen für reale Unternehmensprobleme liefern.

Auch bei der nächsten Rechnergeneration geht es weiter. D-Wave hat ein Beta-Programm für einen Gate-Model-Simulator gestartet. Ausgewählte Nutzer können damit Anwendungen entwickeln und Verfahren zur Fehlererkennung erproben. Damit entsteht bereits eine Softwarebasis für Systeme, die über das bisherige Annealing-Geschäft hinausgehen. Der nächste Termin liegt am 28. Oktober. Bei Qubits Asia in Seoul will D-Wave weitere Kundenanwendungen sowie Fortschritte bei Annealing- und Gate-Model-Technologien zeigen. Am 5. November folgen die Quartalszahlen.

Für die Aktie sind damit vor allem zwei Fragen offen. Wie schnell lassen sich die neuen technischen Möglichkeiten in tatsächlich eingesetzte Lösungen überführen, und wann entsteht daraus ein Geschäft, das die hohen langfristigen Kursziele der Analysten wirtschaftlich nachvollziehbar macht? Unabhängig davon bleibt die US-Regierung stabil: Das Handelsministerium hatte kürzlich die Beteiligung von 100 Millionen Dollar fixiert.