Mehr als 35 % Kursverlust seit September, ein Börsenwert von über 4,4 Milliarden Dollar und Analystenprognosen, die eine nahezu dreifache Bewertung der Aktie erwarten lassen sind eine herausfordernde Situation für die D-Wave Quantum. Bei dieser Aktie sind die Gegensätze derzeit extrem. Das Unternehmen steht für die großen Hoffnungen auf die Quantentechnologie, während seine Aktie an den Börsen massiv unter Druck geraten ist.
Am Freitag plumpste das Papier um erneut mehr als 7,9 % abwärts. Eine kleine Katastrophe, die Aktie kämpft mittlerweile nur noch 10,49 Euro teuer um den charttechnischen Sicherheitsraum oberhalb von 10 Euro.
Die vorausgegangenen Handelstage hatten die Aktie regelrecht abstürzen lassen. Am Montag verlor D-Wave Quantum 5,7 %, am Dienstag weitere 2,6 % und am Mittwoch rund 10,9 %. Am Donnerstag sattelte das Papier kurz um 6,25 % auf. Und dennoch ist das Papier in den zurückliegenden fünf Handelstagen in Summe um ca. 17,5 % abgestürzt. Ein Horror. Noch im letzten Drittel des Septembers hatte das Papier bei mehr als 16 Euro notiert.
D-Wave Quantum: Wer will die denn aufhalten
Inzwischen ist die Marke von 10 Euro gefährlich nahe gerückt. Sie bildet eine wichtige kurzfristige Unterstützung. Deutlich weiter entfernt liegt die Schwelle von 14 Euro, die im September unterschritten wurde. Erst eine Rückkehr über dieses Niveau könnte das angeschlagene Chartbild spürbar verbessern. Wie ausgeprägt die technische Schwäche ist, zeigen die gleitenden Durchschnittslinien. Zur 20-Tage-Linie fehlen rund 23 %, zur 50-Tage-Linie etwa 29 % und zur 100-Tage-Linie sogar 37 %.
Alles spricht gegen die Aktie. Klar ist: Die Ursache für die außergewöhnliche Bewertung liegt nicht in den aktuellen Geschäftszahlen. D-Wave Quantum erzielt bislang nur geringe Umsätze und schreibt erhebliche Verluste. Für das laufende Jahr werden Erlöse von etwas mehr als 40 Millionen Dollar erwartet, während die Verlustschätzungen deutlich darüber liegen. Dem steht eine Marktkapitalisierung von mehr als 4,4 Milliarden Dollar gegenüber. Bezahlt wird an der Börse damit vor allem die Aussicht auf ein künftiges Geschäft mit Quantencomputern. Dass diese Technologie zunehmend kommerziell genutzt werden könnte, zeigte zuletzt eine Meldung aus Italien. D-Wave Quantum lieferte dort den ersten Annealing-Quantencomputer aus.
Die zugrunde liegende Vereinbarung mit Swiss Quantum Technology SA hat einen Umfang von weniger als 10 Millionen Euro. Der Vertrag sieht vor, dass der Kunde über fünf Jahre 50 % der Systemkapazität nutzt. Zusätzlich besteht eine Option zum vollständigen Erwerb der Anlage. Der Auftrag unterstreicht zwar die Möglichkeiten der Technologie, verändert aber die Größenordnung des bisherigen Geschäfts noch nicht grundlegend. Genau darin liegt der Konflikt zwischen der langfristigen Wachstumsfantasie und den kurzfristigen wirtschaftlichen Risiken.
Die Analysten setzen weiterhin auf einen erheblichen Wertzuwachs. Ihre durchschnittlichen Kursziele liegen bei rund 34 bis 35 Dollar, umgerechnet ungefähr 30 Euro. Das entspricht nach den vorliegenden Schätzungen einem möglichen Aufschlag von etwa 188 %.
Stand heute, 17. Oktober: D-Wave Quantum – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in D-Wave Quantum investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 17. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

