D-Wave-Quantum setzt ihre schwache Kursentwicklung fort. Am Donnerstag verliert das Papier 0,92 % und notiert bei 14,57 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 36 %. Auch technisch bleibt der Abstand groß: Sowohl zur 100-Tage- als auch zur 200-Tage-Linie fehlen jeweils rund 19 %. Die zuvor gemeldete Unterstützung durch staatliche Programme in den USA hat damit bislang keine nachhaltige Stabilisierung des Kurses gebracht.
Deutlich über dem aktuellen Niveau liegen die höchsten Analystenschätzungen. Sie reichen bis 35 Dollar. Der Abstand zwischen Börsenkurs und diesen Kurszielen fällt damit erheblich aus. Operativ meldet D-Wave zugleich einen starken Anstieg des neu gebuchten Geschäfts. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten die Buchungen 35,5 Millionen Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 1.120 %. Die noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen erhöhten sich auf 40,7 Millionen Dollar.
In den ausgewiesenen Erlösen ist dieses Volumen bislang nur zu einem kleinen Teil angekommen. Das zeigt das zweite Quartal, in dem D-Wave einen Umsatz von rund 3,1 Millionen Dollar erzielte. Erwartet worden waren 4,03 bis 4,08 Millionen Dollar. Trotz der Unterschreitung dieser Schätzungen hob das Unternehmen seinen Umsatzausblick für das Gesamtjahr an und rechnet nun mit einem Wachstum von bis zu 16 %. Einen größeren Anteil am Geschäft übernimmt inzwischen Quantum-Computing-as-a-Service. In diesem Bereich setzte D-Wave im zweiten Quartal 1,9 Millionen Dollar um, 50 % mehr als ein Jahr zuvor. Kommerzielle Kunden steuerten 62,4 % zum gesamten Quartalsumsatz bei.
Erheblicher Abstand zwischen Buchungen und Erlösen
Dass zwischen Buchungen und ausgewiesenen Erlösen ein erheblicher Abstand besteht, hängt mit der Verbuchung der Aufträge zusammen. D-Wave kann die gebuchten Beträge erst dann als Umsatz ausweisen, wenn die vereinbarten Leistungen erbracht wurden. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen von 40,7 Millionen Dollar stehen deshalb für Geschäft, das noch nicht vollständig in den Erlösen enthalten ist. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal belief sich der gesamte Umsatz auf 3,1 Millionen Dollar.
Veränderungen gibt es außerdem in der Aktionärsstruktur. Im Rahmen der Vereinbarung mit dem US-Handelsministerium wurden 7.095.721 D-Wave-Aktien an das Ministerium ausgegeben. Das entspricht rund 1,9 % der ausstehenden Anteile. Mit einem SEC-Filing vom 10. September wurden die Papiere für einen möglichen Weiterverkauf registriert.
Mit dieser Registrierung fließen D-Wave nicht zusätzlich 100 Millionen Dollar zu. Die Aktien waren bereits Bestandteil der Fördervereinbarung. Auf Basis eines Referenzkurses von 16,66 Dollar hatte das ausgegebene Aktienpaket einen rechnerischen Wert von rund 118,2 Millionen Dollar.
Auch bei institutionellen Investoren gab es Bewegung. The Manufacturers Life Insurance Company stieg mit rund 204.727 Aktien ein. D-Wave zählt zudem gemeinsam mit Rigetti Computing und Quantinuum zu den Unternehmen, die im Rahmen staatlicher Programme mit insgesamt 300 Millionen Dollar unterstützt werden.
Die zusätzlichen Mittel stehen einem hohen Finanzierungsbedarf für Forschung, Entwicklung und den weiteren Geschäftsausbau gegenüber. Gleichzeitig zeigen die bisher veröffentlichten Geschäftszahlen den zeitlichen Abstand zwischen Auftragseingang und Umsatzverbuchung: Buchungen von 35,5 Millionen Dollar im ersten Halbjahr treffen bislang auf 3,1 Millionen Dollar Umsatz im zweiten Quartal.
Neue Zahlen dazu will D-Wave am 5. November vorlegen. Mit dem nächsten Quartalsbericht werden weitere Angaben zum Umsatz und zur Geschäftsentwicklung erwartet.
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