D-Wave Quantum macht einen weiteren Schritt in Richtung Gate-Modell-Quantencomputing. Das Unternehmen kündigt einen Simulator an, der fehlererkennende Programmierung ermöglichen soll — ein Novum in der Branche.

Was der Simulator leisten soll

Der neue Simulator soll Entwicklern erstmals direkten Einblick in Fehler geben. Das Ziel: Anwendungen, die auf das tatsächliche Verhalten echter Quantenprozessoren abgestimmt sind. Durch integrierte Fehlererkennung und Echtzeit-Steuerung will D-Wave Werkzeuge bereitstellen, mit denen sich Quantenanwendungen realistischer prototypisieren lassen.

Ab September 2026 soll der Zugang über die Leap-Cloud-Plattform des Unternehmens starten. D-Wave plant dabei zwei Pakete: ein Starter- und ein Premium-Bundle, die neben dem Simulator auch Zugang zu künftigen Systemen umfassen.

Roadmap bis 2032

Die Ankündigung passt in D-Waves Doppelstrategie. Das Unternehmen betreibt parallel Annealing- und Gate-Modell-Systeme. Für das Gate-Modell hat D-Wave bereits ein konkretes Ziel formuliert: 100 logische Qubits, die bis 2032 mehr als eine Million Operationen ausführen können.

Der Markt reagierte positiv. Die Aktie legte am Donnerstag um gut fünf Prozent auf 20,99 Euro zu. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Plus knapp 34 Prozent — der Kurs liegt damit wieder knapp an seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Analysten erhöhen Kursziele

Mehrere Investmentbanken haben ihre Kursziele zuletzt angehoben:

  • Mizuho (15. Juni): Outperform, Kursziel auf 35 Dollar erhöht (zuvor 29 Dollar)
  • Rosenblatt (11. Juni): Buy, Kursziel 43 Dollar
  • B. Riley Securities (2. Juni): Buy, Kursziel auf 40 Dollar erhöht

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei 39,56 Dollar. Als Begründung nennen die Banken übereinstimmend den Technologie-Fahrplan, kommerzielle Fortschritte und die langfristigen Ziele des Unternehmens.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro ist die Aktie noch weit entfernt. Ob die September-Markteinführung des Simulators den nächsten Impuls liefert, wird sich spätestens dann zeigen — bis dahin bleibt der Fortschritt auf dem Gate-Modell-Pfad der entscheidende Treiber für die Bewertung.