D-Wave Quantum steht vor einem ungewöhnlichen Finanzierungsschub. Das Unternehmen hat eine Absichtserklärung über eine geplante Finanzierung von 100 Millionen US-Dollar im Rahmen des US-CHIPS and Science Act unterzeichnet. Brisant ist die Struktur: Die US-Regierung soll dafür Stammaktien erhalten.
Für die Aktie kommt die Nachricht in eine ohnehin aufgeheizte Phase. Am Montag notiert der Titel bei 26,68 Euro und liegt damit 6,55 Prozent im Plus. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Gewinn von 62,88 Prozent zu Buche.
US-Regierung will sich beteiligen
Die geplante Finanzierung läuft über das US-Handelsministerium. Nach Unterzeichnung der finalen Förderunterlagen würde D-Wave Stammaktien im Volumen von 100 Millionen US-Dollar an die Behörde ausgeben. Damit ginge es nicht nur um klassische Förderung, sondern um eine staatliche Beteiligung.
Das ist der Kern der Nachricht. Washington setzt bei Quantencomputing stärker auf industrielle Kontrolle, technologische Souveränität und nationale Sicherheit. D-Wave profitiert davon, weil das Unternehmen sowohl Annealing-Systeme als auch Gate-Model-Quantencomputer entwickelt.
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Noch ist die Vereinbarung nicht endgültig abgeschlossen. Die Absichtserklärung markiert aber einen wichtigen Schritt, weil sie die Finanzierung an konkrete Entwicklungsziele koppelt.
Große Ziele bei Qubits
Mit dem Geld will D-Wave die Entwicklung seiner nächsten Systeme beschleunigen. Geplant sind ein Annealing-System mit 100.000 Qubits und ein Gate-Model-System mit 10.000 Qubits. Letzteres soll nach Unternehmensplanung die Basis für 100 logische Qubits schaffen.
Die technische Stoßrichtung ist klar: größere, stabilere und leistungsfähigere Systeme. D-Wave sieht Einsatzfelder unter anderem in Optimierung, Materialsimulation, Blockchain und künstlicher Intelligenz. Das sind Märkte mit großer Fantasie, aber auch mit hohen Erwartungen an praktische Fortschritte.
Die Entwicklungsarbeit soll an mehreren Standorten laufen. Dazu gehören die geplante Forschungs- und Entwicklungsanlage in Boca Raton sowie bestehende Zentren in New Haven und Burnaby.
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Schwache Umsätze, starke Aufträge
Operativ bleibt das Bild gemischt. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 2,9 Millionen US-Dollar, ein Rückgang von 81 Prozent zum Vorjahr. Der Hauptgrund war ein fehlender Großverkauf eines Annealing-Systems, der im Vorjahresquartal noch enthalten war.
Der Blick auf die Aufträge fällt deutlich freundlicher aus. D-Wave meldete Rekordbuchungen von 33,4 Millionen US-Dollar, darunter ein Systemkauf der Florida Atlantic University über 20 Millionen US-Dollar. Hinzu kam ein zweijähriger QCaaS-Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen über 10 Millionen US-Dollar.
Unter dem Strich schrieb D-Wave weiter rote Zahlen. Der Nettoverlust lag bei 18,4 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,05 US-Dollar je Aktie. Die Liquiditätsposition bleibt der Puffer: Ende März verfügte das Unternehmen über 588,4 Millionen US-Dollar an Barmitteln und marktgängigen Wertpapieren.
Die Kursdynamik zeigt, wie stark der Markt die staatliche Beteiligung einpreist. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 64,84 Prozent, der RSI von 70,1 signalisiert eine überhitzte technische Lage. Der nächste konkrete Treiber ist nun der Abschluss der finalen Förderunterlagen — erst dann wird aus der Absichtserklärung eine verbindliche Transaktion.
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