D-Wave Quantum verliert am Freitag 1,46 % auf 15,21 Euro. Damit hält sich die Aktie weiter recht gut in ihrer Range zwischen 14 und 20 Euro. Für einen formalen Aufwärtstrend reicht das allerdings noch nicht, dafür fehlen mindestens 15 %. Analysten sehen erheblich mehr Potenzial und nennen in der Spitze Kursziele von über 35 Dollar. Finanziell bekommt D-Wave nun Unterstützung aus Washington. Über eine Vereinbarung mit dem US-Handelsministerium kann der Quantencomputing-Spezialist auf Grundlage des CHIPS and Science Act bis zu 100 Millionen Dollar erhalten. Im Gegenzug bekommt die US-Regierung eine nicht beherrschende und stimmrechtslose Minderheitsbeteiligung. Dafür wurden 7,1 Millionen Aktien registriert.

Handelsministerium schreibt sich ein. Aber reicht das?

Das zusätzliche Geld kommt gelegen, denn die Entwicklungskosten bleiben hoch und das operative Geschäft noch klein. Im zweiten Quartal 2026 stagnierte der Umsatz mit 3,08 Millionen Dollar nahezu auf Vorjahresniveau und blieb unter den Analystenschätzungen. Auch personell gibt es Veränderungen. Finanzchef John Markovich ging Anfang September nach fünf Jahren in den Ruhestand. Seit dem 2. September übernimmt Greg Golkov die Finanz- und Buchhaltungsaufgaben interimistisch.

Technologisch arbeitet D-Wave unterdessen an zwei Plattformen. Das Annealing-System soll perspektivisch bis zu 100.000 Qubits erreichen und ist auf Optimierungsaufgaben ausgerichtet. Daneben entsteht eine breiter programmierbare Gate-Model-Plattform mit rund 10.000 Qubits für Anwendungen wie Datenanalysen und Simulationen. Beide Vorhaben erfordern erhebliche Forschungs- und Entwicklungsausgaben.

Damit bleibt die Finanzierung für D-Wave ein wichtiges Thema. Die staatlichen Mittel erhöhen den Spielraum, ändern aber zunächst nichts an den niedrigen laufenden Erlösen. Auch die Registrierung der 7,1 Millionen Aktien führt nicht automatisch zu einer unmittelbaren Verwässerung, könnte bei späteren Platzierungen aber das Aktienangebot erhöhen. Neue Zahlen folgen am 5. November 2026. Dann will D-Wave den nächsten Quartalsbericht mit neuen Angaben zu Umsatz, Kosten und Finanzlage vorlegen.