Der Absatz stottert, der Aktienkurs steigt. Bei Daimler Truck klaffen operative Realität und Börsenwert derzeit auseinander. Der Nutzfahrzeughersteller stützt das Papier mit einem umfangreichen Aktienrückkauf.

Mitte April sammelte der Konzern fast 300.000 eigene Papiere über die Börse ein. Das ist Teil einer ersten Tranche. Bis zum Herbst will das Management Aktien für bis zu 400 Millionen Euro erwerben. Das treibt den Kurs.

Aktuell notiert die Aktie bei 43,13 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf knapp 15 Prozent. Damit behauptet sich das Papier deutlich über der 200-Tage-Linie.

Schwacher US-Markt bremst

Operativ läuft es weniger rund. Im ersten Quartal verkaufte der Konzern weltweit knapp 69.000 Fahrzeuge. Besonders der wichtige US-Markt bremst die Bilanz. Dort brach der Absatz um 25 Prozent ein. Speditionen bestellen auffällig weniger neue Lkw.

Ein Lichtblick bleiben elektrische Antriebe. Der Verkauf von Batterie-Lkw und Bussen stieg um 26 Prozent auf 742 Einheiten. Das absolute Niveau bleibt hierbei allerdings niedrig.

Sparprogramm soll Margen sichern

Der Vorstand reagiert auf die Flaute mit strengen Sparmaßnahmen. Das europäische Effizienzprogramm sparte im Vorjahr über 100 Millionen Euro ein. Für das laufende Jahr plant das Management zusätzliche Kürzungen von 250 Millionen Euro.

Das Ziel: Die bereinigte Umsatzrendite soll zwischen sechs und acht Prozent landen. Dafür rechnet der Konzern mit einem stärkeren zweiten Halbjahr.

Am 6. Mai treffen zwei wichtige Termine aufeinander. Das Management präsentiert die detaillierten Quartalszahlen. Parallel stimmt die Hauptversammlung über die vorgeschlagene Dividende von 1,90 Euro je Aktie ab. Dann muss der Vorstand erklären, wie er die schwachen Verkäufe der vergangenen Monate aufholen will.