Der DAX rutscht am Freitag deutlich ab. Zwei Faktoren vermiesen Anlegern vor dem Wochenende die Stimmung. Ein verschobener Mega-Börsengang trifft auf eine unnachgiebige Europäische Zentralbank. Bis zum Mittag verliert der Leitindex 1,26 Prozent und fällt auf 24.680 Punkte. Das Jahresplus schmilzt damit auf magere 0,58 Prozent zusammen.
Tech-Kater und Zinsangst
Die Nachricht über den verschobenen Börsengang von OpenAI belastet den Markt schwer. Technologieaktien geraten sofort unter Druck. Die allgemeine Risikobereitschaft sinkt spürbar. Parallel dazu bremst die EZB jegliche Zinsfantasien. Direktorin Isabel Schnabel bekräftigte in einem Interview den restriktiven Kurs.
Die Inflation liegt mit zuletzt 3,2 Prozent deutlich über dem Zielwert. Weitere Zinsschritte gelten daher als wahrscheinlich. Erst Mitte Juni hatte die Notenbank den Leitzins auf 2,25 Prozent angehoben.
Flucht in defensive Werte
In diesem Umfeld schichten institutionelle Investoren massiv um. Zyklische Werte fliegen aus den Depots. Stattdessen suchen Anleger Schutz bei Versorgern und Versicherern. Bayer führt den Index mit einem Plus von 1,72 Prozent an. Auch Henkel und E.ON verbuchen Gewinne. Die Folge: Defensive Sektoren stabilisieren den Gesamtmarkt.
Auf der Verliererseite stehen zyklische Papiere. Mercedes-Benz gibt nach einer Verschärfung des Sparkurses deutlich nach. Zalando leidet unter einer Bilanzprüfung durch die BaFin. Die Nervosität zeigt sich auch im Volatilitätsindex VDAX-NEW. Dieser klettert auf 17,35 Prozent.
Charttechnik und Wall Street
Charttechnisch testet der DAX nun wichtige Unterstützungen. Der Leitindex notiert nur noch knapp über der 50-Tage-Linie bei rund 24.603 Punkten. Fällt diese Marke, rückt der langfristige Trend in den Fokus. Die 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei knapp 24.278 Zählern.
Am Nachmittag blicken Händler auf den US-Handelsstart. Die Reaktion der Wall Street auf die OpenAI-Verschiebung bestimmt die weitere Richtung. Da die US-Börsen am kommenden Montag feiertagsbedingt geschlossen bleiben, erwarten Marktbeobachter vor dem Wochenende kurzfristige Gewinnmitnahmen.
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