Delivery Hero hat die Refinanzierung seines Term Loan B schneller als geplant unter Dach und Fach gebracht. Wie Medienberichten zufolge gestern bekannt wurde, senkten die Kreditgeber die Zinsmarge um 150 Basispunkte.

Für den Berliner Lieferdienst bedeutet dieser Schritt eine laufende Zinsentlastung von rund 20 Millionen US-Dollar pro Jahr. Die Transaktion war ursprünglich bis zum heutigen Dienstag angesetzt, konnte jedoch bereits zwischen dem 8. und 10. September vollständig abgeschlossen werden.

Die vorzeitige Einigung verschafft dem Konzern zusätzlichen finanziellen Spielraum und verbessert das Zinsergebnis unmittelbar. Nach früheren Portfoliomaßnahmen, darunter dem im Juli vereinbarten Verkauf der türkischen Tochter Yemeksepeti und 13 weiterer Märkte an SSW Partners für 1,4 Milliarden Euro, stärkt der Schritt die Finanzarchitektur. Die Reduzierung der Zinskosten stützt den Kurs einer schrittweisen Margenverbesserung auf Konzernebene.

Übernahmeangebot setzt den Bewertungsrahmen

Die Refinanzierung fällt in eine Phase grundlegender Weichenstellungen. Der US-Konzern Uber hatte Mitte Juli ein Übernahmeangebot über insgesamt 13 Milliarden Euro vorgelegt, was 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie entspricht.

Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens empfehlen den Anteilseignern die Annahme der Offerte, nachdem sie den gebotenen Betrag vor gut einer Woche als fair eingestuft hatten. Die Annahmefrist für die Aktionäre läuft noch bis zum 5. November 2026.

Rückendeckung für den Zusammenschluss kommt auch von der Eigentümerseite. Der Großaktionär Prosus, der eine Beteiligung von 17 Prozent an Delivery Hero hält, erklärte sich zum Verkauf seiner Anteile an Uber bereit. An der Börse beendete das Papier den gestrigen Handelstag bei 36,82 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Plus von 62 Prozent, bleibt damit aber weiterhin mit einem Abschlag zur vorliegenden Barofferte bewertet.

Prognoseerhöhung stützt operatives Fundament

Parallel zu den Transaktionsschritten zieht das operative Geschäft an. Vor gut drei Wochen hob das Management die Jahresprognose für 2026 an. Das bereinigte EBITDA wird seither in einer Spanne von 960 Millionen bis 1,0 Milliarde Euro erwartet, nachdem zuvor 910 bis 960 Millionen Euro angepeilt worden waren. Beim Bruttowarenvolumen (GMV) rechnet Delivery Hero im Gesamtjahr mit einem Zuwachs zwischen 9 und 11 Prozent.

Getragen wird diese Zuversicht von den Ergebnissen des zweiten Quartals 2026, in dem das GMV um 11,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro kletterte und der Umsatz um 17,7 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro zulegte. Die nun erzielten Zinsersparnisse flankieren diesen Erholungskurs zusätzlich, während die Verhandlungen über die finale Übernahme durch Uber auf die Zielgerade im Spätherbst zusteuern.