Delivery Hero plant offenbar einen radikalen Schritt zur Entschuldung. Der Berliner Lieferdienst prüft den Verkauf seiner südkoreanischen Tochter Woowa Brothers. Das Geschäft mit der Plattform Baedal Minjok könnte rund 5,4 Milliarden US-Dollar einbringen.

Die Liste potenzieller Käufer ist lang. Branchengrößen wie Uber, Alibaba und DoorDash gelten als Interessenten. Auch der lokale Konkurrent Naver könnte ein Gebot abgeben. Ein erfolgreicher Abschluss würde die Kapitalstruktur des Konzerns massiv stärken.

Investoren erhöhen den Druck

Parallel dazu verschieben sich die Machtverhältnisse im Aktionariat. Das niederländische Investmenthaus Prosus reduzierte seinen Anteil zuletzt auf rund 17 Prozent. Den Großteil der Papiere übernahm Aspex Management für etwa 335 Millionen Euro. Aspex drängt die Konzernführung bereits seit Monaten zu weiteren Veräußerungen.

Der Konzernumbau erfolgt während eines Führungswechsels. Mitbegründer Niklas Östberg räumt seinen Chefposten spätestens im März 2027. Der Aufsichtsrat will die Nachfolge bis Ende 2026 regeln. Östberg bleibt bis zu seinem Abschied für die strategische Prüfung verantwortlich.

Analysten sehen Kurspotenzial

An der Börse sorgten die Spekulationen zuletzt für eine Rally. Die Aktie notiert aktuell bei 26,00 Euro. Das entspricht einem Plus von fast 29 Prozent innerhalb einer Woche. JPMorgan bestätigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 28 Euro.

Die Bank sieht Transaktionen als zentralen Treiber für die kommenden Monate. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf konkrete Gebote für das Südkorea-Geschäft. Bis Ende 2026 muss Klarheit über die künftige Führung des Unternehmens herrschen.