Rückenwind vom größten Kunden der Welt: Dell Technologies sichert sich ein Fünf-Jahres-Abkommen mit dem US-Verteidigungsministerium im Volumen von knapp 9,7 Milliarden Dollar. Das Papier reagierte nachbörslich mit Kursgewinnen.

Der Rahmenvertrag läuft über Microsoft-Softwarelizenzen – von Microsoft 365 über Windows bis Azure. Abnehmer sind das Pentagon, die Geheimdienste und die US-Küstenwache. Ziel ist es, die Beschaffung über klassifizierte und unklassifizierte Systeme hinweg zu bündeln und effizienter zu gestalten.

422 Millionen Dollar Einsparung pro Jahr

Das Pentagon verspricht sich davon erhebliche Kostenvorteile. Laut Verteidigungsbeamten sollen jährlich rund 422 Millionen Dollar eingespart werden. Betroffen sind mehr als 2,1 Millionen Militärangehörige und über 800.000 zivile Angestellte.

Der Deal kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Dell steht kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen für das erste Fiskaljahr 2027. Die Investoren schauen besonders auf das AI-Server-Geschäft, das zuletzt für starke Impulse gesorgt hat.

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 160 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn sind es knapp 140 Prozent. Der Kurs notiert mit 262,60 Euro auf dem 52-Wochen-Hoch. Gleichzeitig signalisiert der RSI mit 34,6 eine leichte Abkühlung – ein Hinweis auf die hohe Volatilität von über 74 Prozent annualisiert.

Mizuho hat das Kursziel für Dell auf 350 Dollar angehoben. Die Begründung: Wachstumspotenzial bei agentischen KI-Servern und der Ausbau der firmeneigenen Rack-Infrastruktur. Der Analystenkonsens lautet „Moderate Buy“.

Die große Bewährungsprobe folgt mit den Quartalszahlen am 30. Mai. Dann muss Dell zeigen, ob es den AI-Server-Auftragsbestand abarbeiten und die Margen halten kann. Die Optionsmärkte preisen jedenfalls deutliche Kursausschläge ein.