Dell hat in den vergangenen Jahrzehnten einen bemerkenswerten Wandel vollzogen – vom Direktvertriebspionier im PC-Geschäft zu einem breit aufgestellten Infrastruktur- und Technologiekonzern, der heute eine zentrale Rolle im globalen Rechenzentrums- und KI-Ökosystem spielt. Die Aktie profitiert weiter vom KI-Boom, wie die aktuellen Quartalszahlen zeigen.
KI-Boom hält das Wachstum bei Dell hoch
Der Börsengang erfolgte bereits 1988. Nach Jahrzehnten starken Wachstums nahm Michael Dell das Unternehmen 2013 jedoch wieder von der Börse, um den Konzern abseits des kurzfristigen Drucks der Kapitalmärkte umzubauen. Ein entscheidender Schritt war 2016 die rund 67 Milliarden Dollar schwere Übernahme von EMC. Dadurch wurde Dell zu einem der weltweit größten Anbieter von Servern, Datenspeichern und Unternehmens-IT. Seit 2018 wird Dell Technologies wieder an der Börse gehandelt.
Heute besteht das Geschäft im Wesentlichen aus zwei großen Bereichen. Die Client Solutions Group umfasst PCs, Notebooks und entsprechende Peripheriegeräte. Wesentlich interessanter für die aktuelle Entwicklung ist jedoch die Infrastructure Solutions Group mit Servern, Netzwerktechnik und Speichersystemen für Unternehmen und Rechenzentren.
Genau dieser Bereich profitiert massiv vom weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur. Dell entwickelt zwar keine eigenen KI-Chips wie Nvidia oder AMD, baut diese Prozessoren aber in komplette Serversysteme ein. Unternehmen und sogenannte Neocloud-Anbieter können damit komplette KI-Rechenzentren aufbauen, ohne die einzelnen Komponenten selbst zusammenstellen zu müssen.
Wie stark dieser Boom inzwischen das Geschäft verändert, zeigen die Anfang September veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Dell erzielte einen Rekordumsatz von rund 47 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 58 Prozent und lag zudem deutlich über den Erwartungen der Analysten.
Besonders stark ist die Nachfrage nach KI-optimierten Servern. Allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate erhielt Dell nach eigenen Angaben Bestellungen für KI-Server im Wert von mehr als 130 Milliarden Dollar. Zu den wichtigen Abnehmern gehören unter anderem spezialisierte KI-Cloudanbieter wie CoreWeave und Nscale, die große Rechenzentren mit Nvidia-Chips aufbauen.
Auch das übrige Infrastrukturgeschäft profitiert. Neben KI-Servern wächst die Nachfrage nach klassischen Servern, Netzwerktechnik und Speichersystemen. Gerade Storage könnte langfristig stärker vom KI-Boom profitieren, denn die enormen Datenmengen, mit denen KI-Modelle trainiert und betrieben werden, müssen gespeichert und möglichst schnell verfügbar gemacht werden.
Bemerkenswert ist außerdem, dass gleichzeitig das traditionelle PC-Geschäft wieder an Dynamik gewinnt. Der Umsatz der Client Solutions Group legte im zweiten Quartal um rund 20 Prozent zu – das stärkste Wachstum seit mehreren Jahren. Besonders Geschäftskunden investieren wieder stärker in neue PCs und Notebooks. Damit profitiert Dell momentan sowohl vom klassischen Erneuerungszyklus bei Computern als auch vom wesentlich größeren Wachstum der KI-Infrastruktur.
Noch beeindruckender als die aktuellen Zahlen ist deshalb der neue Ausblick. Dell hat seine Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr drastisch von zuvor rund 167 Milliarden auf jetzt etwa 192 Milliarden US-Dollar angehoben. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet das Unternehmen nun 25,50 Dollar statt zuvor 17,90 Dollar.
Auch die Prognose für KI-Server wurde erneut deutlich erhöht. Nachdem Dell ursprünglich rund 60 Milliarden Dollar Umsatz mit KI-optimierten Servern erwartet hatte, sollen es im laufenden Geschäftsjahr inzwischen rund 74 Milliarden Dollar werden. Damit würde sich dieses Geschäft gegenüber dem Vorjahr etwa verdreifachen.
Für das laufende dritte Quartal rechnet Dell mit rund 49 Milliarden Dollar Umsatz. Allein mit KI-Servern sollen dabei etwa 19 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Das Management erwartet zudem, dass die zweite Hälfte des Geschäftsjahres stärker ausfallen wird als die erste.
An der Börse kamen die Zahlen entsprechend gut an. Die Dell-Aktie legte nach Bekanntgabe der Ergebnisse kräftig zu. Anleger honorierten insbesondere die drastische Anhebung der Jahresprognose und die weiterhin außergewöhnlich hohe Nachfrage nach KI-Systemen.
Die große Chance für Dell besteht darin, dass der Aufbau der weltweiten KI-Infrastruktur noch über viele Jahre hohe Investitionen erfordern könnte. Nvidia liefert zwar einen wesentlichen Teil der Rechenchips, doch diese müssen in komplette Systeme integriert werden. Dazu gehören Server, Netzwerke, Speicher, Kühlung und umfangreiche Dienstleistungen. Dell versucht deshalb, möglichst große Teile dieser Infrastruktur aus einer Hand anzubieten.
Damit verändert sich auch die Wahrnehmung des Unternehmens an der Börse. Dell galt lange hauptsächlich als vergleichsweise langsam wachsender PC- und Hardwarehersteller. Inzwischen entwickelt sich das Unternehmen jedoch zu einem der großen Ausrüster des KI-Zeitalters.
Risiken bleiben dennoch bestehen. Das Geschäft mit KI-Servern erzielt nicht automatisch die hohen Margen eines Chipentwicklers wie Nvidia. Gleichzeitig ist Dell stark von wenigen großen Kunden, der Verfügbarkeit von Nvidia-Chips und den Investitionsbudgets der großen KI- und Cloudunternehmen abhängig. Sollte der Ausbau neuer Rechenzentren irgendwann deutlich langsamer werden, könnte dies das Wachstum entsprechend belasten.
Aktuell deutet allerdings wenig auf eine schnelle Abschwächung hin. Der Auftragsbestand für KI-Systeme ist enorm und Dell hat seine Prognosen innerhalb weniger Monate mehrfach angehoben. Mit rund 47 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, einer Jahresprognose von 192 Milliarden Dollar und erwarteten 74 Milliarden Dollar Umsatz allein mit KI-Servern entwickelt sich Dell zu einem der größten indirekten Profiteure des KI-Booms.
Für die Dell-Aktie dürfte deshalb entscheidend sein, ob das Unternehmen aus dem enormen Umsatzwachstum dauerhaft steigende Gewinne und Margen generieren kann. Gelingt dies, könnte Dell an der Börse zunehmend weniger als klassischer PC-Hersteller und stärker als strategischer Infrastrukturpartner für den weltweiten Ausbau von KI-Rechenzentren bewertet werden. Dabei war der wichtigste Punkt der aktuellen Zahlen die enorme Prognoseanhebung: für den Jahresumsatz.
Das Video zur Aktienanalyse von Dell Technologies
Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.
Was lässt sich im weiteren Verlauf erwarten? Alle Insights erhalten Sie in unserem Video!
Weitere Inspirationen bekommst Du kostenfrei aus der Aktien-Research-Liste nach kurzer Anmeldung per Mail zugesendet:

Risikohinweis für Trader
Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Jeder Anleger sollte, wenn möglich mit Hilfe eines externen Beraters, prüfen, ob diese Finanzinstrumente für seine persönliche Situation geeignet sind. Die auf einem Demokonto erzielten Gewinne sind keine Garantie für zukünftige Gewinne. Der Einsatz eines Hebels beinhaltet das Risiko, mehr als den Gesamtbetrag des Kontos zu verlieren. Sie sind nicht verpflichtet, eine Hebelwirkung zu nutzen.
Dell Technologies-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Dell Technologies-Analyse vom 3. September liefert die Antwort:
Die neusten Dell Technologies-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Dell Technologies-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Dell Technologies: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

