Ein jahrelanger Rechtsstreit findet sein Ende – und die Deutsche Bank kann zumindest finanziell aufatmen. Der Bundesgerichtshof hat die letzte Revisionsbeschwerde des Instituts im Postbank-Übernahmestreit abgewiesen und damit das Urteil des Oberlandesgerichts Köln rechtskräftig werden lassen.
Was hinter dem Urteil steckt
Der Konflikt wurzelt in der Mehrheitsübernahme der Postbank im Jahr 2010. Dreizehn ehemalige Aktionäre hatten damals 25 Euro je Aktie erhalten – und forderten anschließend die Differenz zum deutlich höheren Kurs von 57,25 Euro. Ihr Argument: Die Deutsche Bank habe bereits 2008 faktisch die Kontrolle über die Postbank gehabt und hätte deshalb schon zu diesem früheren Zeitpunkt ein Pflichtangebot zu einem höheren Kurs vorlegen müssen. Das Oberlandesgericht Köln folgte dieser Sichtweise, ließ eine erneute Revision aber nicht zu. Karlsruhe sah nun ebenfalls keinen Grund, daran etwas zu ändern.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Deutsche Bank?
Finanziell überschaubarer Schaden
Was für die Kläger ein Erfolg ist, hält sich für die Deutsche Bank in einem beherrschbaren Rahmen. Das Institut hat in der Zwischenzeit mit über 90 Prozent der Anspruchsteller nach Wert eine Einigung erzielt. Die verbleibenden Verpflichtungen aus dem OLG-Urteil sowie noch offene erstinstanzliche Klagen summieren sich auf rund 112 Millionen Euro inklusive Zinsen – vollständig durch bestehende Rückstellungen gedeckt. Auf das Ergebnis 2025 oder das laufende Jahr 2026 hat das Urteil damit keine finanziellen Auswirkungen.
Zum Vergleich: Im April 2024 hatte die Bank noch eine Rückstellung von 1,3 Milliarden Euro gebildet – 700 Millionen Euro für die Hauptforderungen, 600 Millionen Euro für aufgelaufene Zinsen. Dass am Ende nur 112 Millionen Euro offen bleiben, zeigt, wie konsequent das Institut den Streit in den vergangenen Monaten durch Vergleiche bereinigt hat.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Deutsche Bank?
Europäische Bankaktien im Aufwind
Während das BGH-Urteil den letzten formalen Schlussstrich unter einen langjährigen Rechtsstreit zieht, sorgen ganz andere Nachrichten für Bewegung im europäischen Bankensektor. Nach einem deutlichen Rücksetzer infolge der Spannungen rund um den Iran-Konflikt erholten sich die Branchenwerte gestern kräftig. Auch die Deutsche Bank-Aktie gehörte zu den Gewinnern dieses Rebounds.
Für Anleger dürfte die Kombination aus dem bereinigten Rechtsrisiko und der allgemeinen Stimmungsaufhellung im Sektor ein durchaus positives Signal sein – auch wenn das BGH-Urteil selbst keine neuen finanziellen Belastungen mit sich bringt.
Deutsche Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Bank-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

