Starke Quartalszahlen, angehobene Prognose — und trotzdem fällt der Kurs. Bei der Deutschen Telekom klaffen operative Stärke und Marktreaktion gerade weit auseinander.
KI-Rechenzentrum mit 10.000 GPUs
T-Systems hat in München ein neues KI-Rechenzentrum gestartet. Partner ist SupplyOn, die Ausstattung umfasst mehr als 10.000 NVIDIA-GPUs. Seit Februar 2026 läuft der Aufbau schrittweise — die verfügbare KI-Kapazität in Deutschland steigt dadurch um rund 50 Prozent.
Das Ziel: souveräne europäische Lieferketten durch KI-gestütztes Sourcing unterstützen. Über die SupplyOn-Plattform sind bereits 140.000 Unternehmen angebunden. Für die Telekom bedeutet das einen direkten Zugang zu einem breiten industriellen Markt für Cloud- und KI-Dienste — genau das Segment, das das klassische Mobilfunkgeschäft ergänzen soll.
Prognose auf 47,5 Milliarden Euro angehoben
Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um 4,7 Prozent. Das bereinigte EBITDA AL legte um 7,5 Prozent zu. Auf dieser Basis hat das Management die Jahresprognose auf rund 47,5 Milliarden Euro angehoben.
Allerdings belasten externe Faktoren das Bild. Potenzielle Fusionsgespräche rund um T-Mobile US und die hohen Investitionen in den Glasfaserausbau halten institutionelle Investoren zurück. Hinzu kommt der starke US-Dollar, der die Bewertung der US-Tochter in der Konzernbilanz drückt.
Kurs nahe dem 52-Wochen-Tief
Die Aktie schloss am Freitag bei 26,72 Euro — ein Minus von 0,85 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier rund 8 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Tief bei 25,99 Euro trennen den Kurs noch knapp drei Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 33,3 — kurz vor der überverkauften Zone. Analysten beziffern den fairen Wert auf rund 38,28 Euro. Gemessen am aktuellen Kurs entspricht das einem rechnerischen Abschlag von über 30 Prozent.
Am 23. Juni übergibt die Rentenkommission ihre Vorschläge zur kapitalgedeckten Altersvorsorge. Ob das dem Sentiment für deutsche Standardwerte wie die Telekom kurzfristig Auftrieb gibt, bleibt abzuwarten — entscheidender dürfte sein, ob die Unterstützung bei rund 26 Euro hält.
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