Mit einer gezielten Vertriebsinitiative will die Deutsche Telekom die Auslastung ihrer neu verlegten Glasfasernetze beschleunigen. Der DAX-Konzern plant, bis zum Jahr 2027 insgesamt 50 neue Shop-in-Shop- und Pop-up-Standorte zu eröffnen. Ziel dieser zusätzlichen Verkaufsflächen ist es, die hohen Investitionen in FTTH-Infrastruktur (Fiber to the Home) rascher in zahlende Vertragsabschlüsse umzuwandeln.
Geringe Anschlussquote soll steigen
Hintergrund der Vertriebsoffensive ist eine spürbare Diskrepanz zwischen Netzausbau und tatsächlicher Kundennutzung: Bislang nutzen lediglich etwa 17 Prozent der Haushalte, die das Glasfasernetz der Deutschen Telekom erreichen kann, einen aktiven Anschluss. Um diese Quote zu verbessern, plant das Management ab dem Jahr 2026 einen deutlichen Zuwachs an FTTH-Kunden.
Gelingt die Beschleunigung dieser Monetarisierung, gelten am Markt langfristige Kursmarken von bis zu 40 Euro als fundamental nicht unrealistisch. Für den Konzern kommt es nun darauf an, die fertig verlegten Glasfaserstränge auf der sogenannten letzten Meile profitabel an Endkunden zu vermarkten.
Licht und Schatten im Netzbetrieb
Neben dem Privatkundengeschäft treibt der Bonner Telekommunikationskonzern den Ausbau spezieller Firmenanwendungen voran. So installierte das Unternehmen zuletzt ein neues System an einem Werksstandort des Automobilherstellers Audi.
Gleichzeitig bleibt die Wahrnehmung des Unternehmens von Gegensätzen geprägt. In einem Netzvergleich von nPerf konnte sich die Telekom an die Spitze setzen und ihre Infrastrukturqualität unter Beweis stellen. Parallel dazu erhielt der Konzern jedoch mit dem Big Brother Award einen Negativpreis für den Umgang mit Datenschutzthemen.
Aktie sucht nach charttechnischem Boden
Am Aktienmarkt spiegelte sich die Zurückhaltung der Investoren zuletzt in einer schwächeren Kursentwicklung wider. Am vergangenen Mittwoch entstand im Kursverlauf mit einem neuen Vier-Wochen-Tief ein kurzfristiges Verkaufssignal.
Zum Ende der Handelswoche schloss das Papier am Freitag bei 27,09 Euro. Damit notiert der Titel rund 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, das Ende Februar verzeichnet worden war. Für eine nachhaltige Erholung muss sich zeigen, ob die neuen Vertriebsformate die erhoffte Dynamik bei den Glasfaserbuchungen auslösen.
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