Die US-Tochter der Deutschen Telekom räumt auf. T-Mobile US zwingt Millionen Alt-Kunden in neue Tarife und schaltet das 2G-Netz ab. Parallel dazu stützt das Management in Bonn den schwächelnden Aktienkurs mit einem massiven Rückkaufprogramm.

Zwangsumzug und Netzabschaltung

T-Mobile US modernisiert die eigene Infrastruktur radikal. Am 3. August 2026 schaltet der Mobilfunker das veraltete 2G-Netz endgültig ab. Die frei werdenden Frequenzen fließen direkt in neue Kapazitäten. Das Ziel: eine starke Abwehr gegen Satellitendienste wie Starlink.

Obendrein baut das Unternehmen seine Tarifstruktur um. Millionen Nutzer mit uralten Verträgen müssen in moderne Tarife wechseln. T-Mobile US verspricht zwar eine fünfjährige Preisgarantie. Marktbeobachter sehen darin aber einen klaren Versuch, den Umsatz pro Nutzer langfristig abzusichern.

Streit um Lizenzen und Aktienrückkauf

Ein weiterer Brandherd schwelt im Hintergrund. Die US-Sparte streitet heftig mit dem Chip-Konzern Broadcom. T-Mobile US zieht derzeit zehntausende virtuelle Maschinen von den VMware-Servern ab. Eine einstweilige Verfügung sichert den technischen Support nur noch bis Anfang August 2026.

Um den Aktienkurs abzufedern, steuert Bonn mit eigenem Kapital dagegen. Die Telekom kauft bis Ende September eigene Aktien für bis zu 560 Millionen Euro zurück. Dies markiert die nächste Tranche des milliardenschweren Jahresprogramms. Die eingezogenen Papiere verknappen das Angebot und steigern rechnerisch den Gewinn je Aktie.

Erholungstendenz vor den Quartalszahlen

An der Börse zeigt das Papier eine leichte Erholung. Aktuell notiert die Telekom-Aktie bei 25,45 Euro. Damit löst sich der Kurs spürbar von seinem jüngsten 52-Wochen-Tief.

Der übergeordnete Trend bleibt allerdings schwach. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier ein Minus von fast neun Prozent. Auch die wichtige 200-Tage-Linie bei 28,76 Euro bleibt in weiter Ferne.

Der nächste Pflichttermin rückt bereits näher. Am 6. August 2026 präsentiert der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal. Analysten erwarten dann handfeste Details zum Cashflow und zur US-Tarifstrategie. Zusätzlich kursieren am Markt hartnäckige Gerüchte über einen möglichen Konzernumbau. Konzernchef Tim Höttges prüft demnach eine gemeinsame Holding-Struktur für die Telekom und T-Mobile US.