Medienberichten zufolge lehnen namhafte Großaktionäre, darunter DJE Kapital, sowie die Bundesregierung mit ihrem Anteil von rund 28 Prozent die vom Management erwogene Vollfusion über eine neue Holding-Struktur ab. Berichten von Spiegel und Bloomberg zufolge sehen die Investoren erhebliche Risiken für den Börsenwert des Konzerns, sollte die Struktur wie geplant umgesetzt werden.

Widerstand aus dem Aktionärskreis

Der Kern der Kritik richtet sich gegen die geplante neue Holding-Konstruktion, mit der Management-Kreise eine engere Verzahnung von Konzernmutter und US-Tochter anstreben. Aus Sicht der widerstrebenden Investoren würde eine solche Struktur die bestehenden Bewertungsvorteile der getrennten Notierungen gefährden. Da die Bundesregierung mit ihrem knapp 28-prozentigen Anteil zu den einflussreichsten Aktionären zählt, hätte ihr Widerstand erhebliches Gewicht für die weitere Entwicklung der Pläne. Bislang handelt es sich um Medienberichte, eine offizielle Bestätigung oder ein finales Konzept des Managements liegt nicht vor.

Parallel dazu treibt T-Mobile US operative Themen voran. Seit dem 14. Juli läuft eine umfangreiche Tarifmigration für schätzungsweise acht Millionen Bestandskunden hin zu höherpreisigen 5G-„Experience“-Tarifen, mit der die US-Tochter den durchschnittlichen Umsatz je Nutzer steigern will. Zusätzlich kommt es an der Spitze zu einem Wechsel: Chris Sambar, zuvor bei AT&T tätig, übernimmt spätestens zum 14. Oktober den neu geschaffenen Posten des Chief Enterprise Officer, während Mike Katz seine Rolle als Chief Business & Product Officer bereits zum 8. Juli abgegeben hat.

Rückkaufprogramm läuft unabhängig weiter

Unbeeinflusst von der Debatte um die Konzernstruktur setzt die Deutsche Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm fort. Zwischen dem 6. und dem 10. Juli erwarb der Konzern über den Xetra-Handel weitere rund 2,3 Millionen eigene Aktien. Für das Gesamtjahr 2026 ist ein Rückkaufvolumen von etwa 2 Milliarden Euro vorgesehen. Bereits in der ersten Zwischenmeldung zum Programm hatte die Telekom den Erwerb von 908.705 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 24,74 Euro zwischen dem 1. und 3. Juli offengelegt.

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabilisiert: Der Schlusskurs vom Donnerstag lag bei 26,70 Euro, nach einem Plus von 1,91 Prozent auf Wochensicht. Vom 52-Wochen-Tief bei 23,54 Euro, markiert Ende Juni, hat sich die Aktie damit um 13,42 Prozent entfernt.

Analysten bleiben vor Zahlen zuversichtlich

Die UBS bestätigte am 13. Juli ihr Rating „Buy“ für die Deutsche Telekom mit einem Kursziel von 36,20 Euro, noch vor der anstehenden Quartalsberichterstattung. Der Konzern selbst hatte im Mai seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert und rechnet mit einem bereinigten EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro sowie einem Free Cashflow AL von etwa 19,8 Milliarden Euro.

Zwei Termine dürften die Debatte um die Konzernstruktur in den kommenden Wochen zusätzlich befeuern: T-Mobile US legt seine Zahlen zum zweiten Quartal am 23. Juli vor, die Deutsche Telekom selbst veröffentlicht ihren Zwischenbericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026 am 6. August. Investoren dürften bei beiden Terminen genau darauf achten, ob sich das Management zu den Fusionsgerüchten äußert und wie belastbar der Widerstand der Großaktionäre tatsächlich ist.