Spekulationen über einen historischen Umbau treiben die Aktionäre der Deutschen Telekom um. Laut einem Medienbericht prüft der Konzern eine vollständige Verschmelzung mit seiner Tochter T-Mobile US. Die Börse reagiert nervös auf die Pläne.

Neue Holding geplant

Das „Wall Street Journal“ berichtet von weitreichenden Überlegungen in Bonn. Demnach plant das Management eine multinationale Holdinggesellschaft. Diese soll ein Aktienangebot für die Anteilseigner beider Unternehmen vorlegen. Die neue Gruppe könnte anschließend an einer amerikanischen und einer europäischen Börse notieren.

Am Donnerstag drückte der Bericht den Kurs deutlich ins Minus. Zum Wochenausklang erholte sich das Papier leicht auf 28,33 Euro. Seit Jahresbeginn tritt die Aktie mit einem minimalen Plus von 1,65 Prozent praktisch auf der Stelle.

Ein möglicher Sitz der neuen Holding liegt laut Insidern im europäischen Ausland. Das Vorbild liefert die Linde-Praxair-Fusion. Die politischen Hürden für diesen Schritt sind massiv.

Konzernchef Tim Höttges benötigt die Zustimmung der US-Minderheitsaktionäre. Parallel dazu muss der deutsche Staat zustimmen. Der Bund hält weiterhin rund 28 Prozent an der Telekom. Ein Verkauf oder eine Verwässerung dieses Anteils gilt als politisch heikel.

Die Skepsis am Markt hat einen klaren Grund. Bereits heute macht die US-Beteiligung mehr als 70 Prozent des Börsenwerts der Deutschen Telekom aus. Die Frankfurter Aktie fungiert zunehmend als Hülle für das amerikanische Mobilfunkgeschäft. Die Folge: Aktionäre fürchten unvorteilhafte Umtauschkonditionen bei einer echten Fusion.

Starkes Kerngeschäft

Abseits der Fusionsgerüchte liefert das operative Geschäft verlässliche Zahlen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte auf 11,5 Milliarden Euro. Der Vorstand hob daraufhin die Jahresziele an.

Am 6. August präsentiert die Deutsche Telekom ihre Ergebnisse für das zweite Quartal. Bis dahin wird das Thema T-Mobile US den Handel dominieren. Offizielle Stellungnahmen aus Bonn fehlen bislang. Ein klares Dementi von Höttges steht aus.