Das Minus von 4,20 % am Freitag konnte der Titel heute nur leicht ausgleichen. Es ging zum Beginn der neuen Woche um 1,62 % aufwärts. 27,55 Euro zeigen die Börsentafeln nun an. Der massive Kursrutsch am Freitag kam allerdings nicht durch den Bonner Konzern selbst, sondern aus Frankreich: Eine Abstufung von Orange durch Morgan Stanley setzte europäische Telekomaktien unter Druck. Auch Vodafone und BT konnten sich der Branchenschwäche nicht entziehen.

Morgan-Stanley-Analyst Emmet Kelly begründete seine skeptische Haltung zu Orange mit mehreren unternehmensspezifischen Faktoren. Dazu gehören die politische Unsicherheit in Frankreich, der Wettbewerb in Spanien und die Verschuldung. Diese Punkte lassen sich nicht unverändert auf die Deutsche Telekom übertragen.

Anleiherenditen können hier noch ein Problem gewesen sein

Zusätzlicher Druck kam vom Gesamtmarkt. Der DAX verlor 1,60 %, die Renditen am Anleihemarkt stiegen und der große Verfallstag sorgte für weitere Bewegungen. Gerade höhere Anleiherenditen sind für Telekomwerte relevant. Für die Deutsche Telekom wird für 2026 eine Dividendenrendite von 4,16 % erwartet, für 2027 sind es 4,68 %.

Die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen der Deutschen Telekom liefern dagegen keinen neuen Grund für den Kursrutsch vom Freitag. Im zweiten Quartal lag der Umsatz mit 30,61 Milliarden Euro knapp über den erwarteten 30,05 Milliarden Euro. Beim Gewinn je Aktie wurden 0,58 Euro erreicht, erwartet worden waren 0,57 Euro.

Auch die Gewinnschätzungen zeigen deutlich nach oben. Das wird an der Bewertung sichtbar: Für 2026 liegt das erwartete KGV bei 13,2, für 2027 nur noch bei 11,3. Bei einem unveränderten Aktienkurs entspricht dieser Rückgang einem erwarteten Gewinnanstieg je Aktie von rund 17 % innerhalb eines Jahres.

Der Kursrutsch vom Freitag geht damit vor allem auf die von Orange ausgelöste Branchenschwäche, höhere Anleiherenditen und das schwache Marktumfeld zurück. Neue schwache Geschäftszahlen der Deutschen Telekom gab es nicht. Anfang Oktober folgt der Investorentag, im November stehen die nächsten Quartalszahlen an.