Am 30. Juni 2026 ist Schluss. Die Deutsche Telekom schaltet den MMS-Dienst ab — nach mehr als 20 Jahren endet eine der ältesten Handy-Funktionen.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Telefónica (o2) und 1&1 ziehen zum selben Datum nach. Vodafone hatte den Dienst bereits Anfang 2023 eingestellt. Der branchenweite Abschied von der Bildnachricht ist damit vollständig.

RCS übernimmt

Als Nachfolger setzen alle drei Netzbetreiber auf RCS — Rich Communication Services. Der Standard erlaubt Texte, Bilder, Videos, Dokumente und Sprachnachrichten über mobile Daten. Er läuft über die Standard-Nachrichten-App moderner Smartphones und kostet nichts extra.

Android-Nutzer kennen RCS bereits seit Jahren. Apple hat den Standard inzwischen ebenfalls integriert. 1&1 gehört zu den drei deutschen Netzbetreibern, die den mit iOS 26.5 gestarteten Beta-Betrieb von Ende-zu-Ende-verschlüsselten RCS-Nachrichten von Beginn an unterstützen.

Solide Zahlen, aber Kurs unter Druck

Die MMS-Abschaltung fügt sich in eine breitere Modernisierungsstrategie ein. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL legte um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu. Daraufhin hob das Management die Jahresziele an: Für 2026 peilt die Telekom ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro an. Der Free Cashflow AL soll mehr als 19,8 Milliarden Euro erreichen.

Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu zwei Milliarden Euro. Bis Ende vergangener Woche hat die Telekom bereits rund 13,66 Millionen eigene Aktien zurückerworben.

Die Aktie reagiert am Montag dennoch schwach. Sie notiert bei 27,89 Euro — ein Minus von 1,55 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss. Am 12. Juni hatte der Kurs den 38-Tage-Durchschnitt von unten nach oben durchbrochen, ein klassisches technisches Kaufsignal. Der heutige Rücksetzer testet, ob dieses Signal trägt — der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 28,55 Euro, knapp über dem aktuellen Niveau.