Während andere Telekommunikationsanbieter ihre Läden schließen, macht die Deutsche Telekom das Gegenteil. Der Bonner Konzern startet ein neues Shop-in-Shop-Konzept im stationären Fachhandel. Die erste Fläche ging am Donnerstag bei der Verbundgruppe expert in Coesfeld live.

Plug-in-Prinzip für den Fachhandel

Das Konzept basiert auf einem einfachen Prinzip. Module für Mobilfunk, MagentaTV und Heimvernetzung brauchen vor Ort nur Strom und WLAN. Damit lässt sich eine Telekom-Fläche schnell und ohne großen Umbau in bestehende Geschäfte integrieren.

Manuel Wolf, Leiter Telekom Partner, erklärte bei der Eröffnung die Strategie dahinter. Der Konzern will seine Präsenz in der Fläche ausbauen, während andere Anbieter ihre Filialen reduzieren. Die Telekom setzt dabei auf eine Kombination: ihre Markenbekanntheit trifft auf die Beratungskompetenz regionaler Handelspartner.

Karin Kranz, Leiterin Retail Immobilien und Design, kündigte weitere Schritte an. Ab dem vierten Quartal 2026 sollen zusätzliche Standorte nach diesem Muster folgen.

Aktie reagiert verhalten

Am Markt kommt die Expansionsstrategie zunächst nicht an. Die Aktie notiert bei 28,77 Euro und verliert im Tagesverlauf 1,2 Prozent. Vom Jahrestief bei 23,54 Euro hat sich das Papier dennoch bereits um 22 Prozent erholt.

Aktienrückkauf läuft parallel

Neben dem Vertriebsausbau treibt die Telekom ihre Kapitalrückgabe voran. Zwischen dem 10. und 14. August 2026 kaufte der Konzern rund 1,6 Millionen eigene Aktien zurück. Das Programm soll die Zahl der umlaufenden Anteile senken und den Gewinn je Aktie stützen.

Beide Bewegungen laufen parallel: Der Konzern investiert in neue Vertriebsflächen und reduziert gleichzeitig sein Aktienkapital. Bis zum bisherigen Jahreshoch von 34,35 Euro fehlen der Aktie aktuell noch rund 16 Prozent. Ob das neue Filialkonzept dabei hilft, diese Lücke zu schließen, hängt davon ab, wie schnell die Telekom die angekündigten Standorte im vierten Quartal umsetzt.