T-Systems zieht einen der größten Cloud-Aufträge der Unternehmensgeschichte an Land. Die Telekom-Tochter baut die globale IT-Infrastruktur für Volkswagen. Parallel dazu läuft ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm auf Hochtouren. Die Börse reagiert darauf bisher auffällig kühl.

Datenkontrolle für den VW-Konzern

T-Systems richtet die neue Private Cloud des VW-Konzerns ein. Die Telekom-Tochter betreibt das System künftig weltweit. Der Fokus liegt dabei auf Europas strengem Rechtsrahmen. Neue Anwendungen laufen bereits auf dieser Plattform. Später wandern auch alte Systeme dorthin.

Im Gegensatz zu öffentlichen Clouds behält Volkswagen die volle Kontrolle. Der Autobauer bestimmt selbst über Infrastruktur und Datenspeicherorte.

KI-Aufträge und Regierungsgelder

Der VW-Deal ist kein Einzelfall. In München betreibt T-Systems ein neues KI-Rechenzentrum mit 10.000 Nvidia-Chips. Zu den Mietern zählen Siemens, SAP und das Start-up Perplexity.

Auch der Bund setzt auf die Bonner. Gemeinsam mit SAP baut T-Systems eine staatliche KI-Plattform auf. Das Telekom-Konsortium stach dabei US-Riesen wie Google aus. Von dem knapp 250 Millionen Euro schweren Auftrag fließen 70 Prozent an T-Systems.

Rückkäufe stützen den Kurs kaum

Während das operative Geschäft wächst, kauft der Konzern massiv eigene Papiere. Allein in der ersten Juni-Hälfte erwarb die Telekom rund 2,5 Millionen Aktien. Der Konzern zieht diese Papiere ein. Das Ziel: Der Gewinn je Aktie soll steigen.

Die aktuelle Tranche läuft bis Ende Juni und umfasst bis zu 550 Millionen Euro. Seit April sammelte das Unternehmen fast 14 Millionen Aktien ein.

Den Kurs treibt das bisher nicht an. Die Aktie handelt aktuell bei 27,94 Euro und damit unter ihrem langfristigen Trend. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein Minus von rund zehn Prozent.

Blick auf die Kosten

Am 6. August legt die Deutsche Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Vorher rückt jedoch die Kostenseite in den Fokus. Am 19. Juni stimmt die Gewerkschaft ver.di über das neue Tarifpaket ab. Dieses Votum liefert die entscheidenden Parameter für die mittelfristige Finanzplanung des Konzerns.