Deutschlands genossenschaftliche Institute drängen in das Geschäft mit Bitcoin und Ether. Die Regionalbanken reagieren damit auf den wachsenden Druck moderner Smartphone-Broker und wollen verhindern, dass wechselwillige Sparer ihr Geld zu alternativen Anbietern abziehen.

Die ersten 6 Prozent der Institute im Gebiet des Genoverbands sind bereits am Markt aktiv. Weitere 26 Prozent planen, binnen fünf Monaten ein entsprechendes Handelsangebot bereitzustellen. Binnen zwei Jahren dürfte der Anteil der Institute mit Krypto-Dienstleistungen auf 59 Prozent steigen.

Das Angebot zielt vor allem auf Selbstentscheider, die ihre Anlageentscheidungen eigenständig und ohne Beratung treffen. Allerdings zieht nicht das gesamte genossenschaftliche Lager mit: Rund 30 Prozent der Häuser planen vorerst nicht, den Handel mit digitalen Vermögenswerten einzuführen.

Wachsender Druck durch Neobanken

Hinter den Plänen steht die Furcht vor Kundenverlusten. Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut bieten den Kauf digitaler Vermögenswerte seit längerer Zeit an. Entsprechend rechnen 54 Prozent der Bankvorstände mit einer deutlichen Verschärfung des Wettbewerbs um Einlagen. Lediglich 13 Prozent erwarten wenig bis keine Veränderung im Konkurrenzkampf.

Der Schritt folgt einer breiteren Entwicklung im traditionellen Bankensektor. Auch die Sparkassen haben ihren früheren Widerstand aufgegeben und über ihr Wertpapierhaus Dekabank eine technische Lösung geschaffen, die den Handel direkt über die Sparkassen-App ab Oktober ermöglichen soll.

Zentralbanken sehen diese Öffnung der Institute mit Skepsis. Notenbanker warnen regelmäßig vor den Risiken starker Kursschwankungen und möglichen Spekulationsblasen, da Kryptotoken weder von Staaten noch von Notenbanken kontrolliert werden.