Deutz ist nicht mehr nur Motorenhersteller. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory hat der Konzern erstmals eine eigene Verteidigungssparte präsentiert — und zeigt damit, wohin die Reise geht.

Neue Produkte, neues Profil

Das Herzstück des Messeauftritts: ein 800-Kilowatt-Powerpack für Kettenfahrzeuge, entwickelt gemeinsam mit der RENK Group. Das System kombiniert einen Deutz-V8-Motor mit einem Renk-Getriebe — eine komplette Antriebslösung aus einer Hand.

Hinzu kommen zwei weitere Produkte. Der „GridCube“ ist ein mobiles Energiemanagementsystem für Militärcamps, entstanden mit HDC Solutions. Die Tochtergesellschaft SOBEK liefert Hochleistungs-Kraftstoffpumpen für Drohnen. Das Ziel: integrierte Systemlösungen für Militär und kritische Infrastruktur.

Starke Quartalszahlen als Rückenwind

Das Kerngeschäft liefert. Im ersten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang um 41,2 Prozent auf rund 771 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs um 8,4 Prozent auf etwa 530 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT lag bei 37,3 Millionen Euro — einer Marge von 7,0 Prozent.

Die Aktie reagiert. Seit Jahresanfang legte das Papier rund 15 Prozent zu und notiert mit 9,93 Euro klar oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 9,56 Euro. Über zwölf Monate hat sich der Kurs fast verdoppelt: plus 47 Prozent.

Energiegeschäft als dritte Säule

Parallel zur Rüstung baut Deutz das Energiegeschäft aus. Das Management peilt hier einen Umsatz von 500 Millionen Euro an. Im zweiten Quartal 2026 übernahm Deutz den brasilianischen Generatorhersteller Maxi Trust Power. Hauptzielgruppe: Rechenzentren mit gesichertem Strombedarf.

Aus einem Motorenspezialisten wird ein Anbieter für Antrieb, Energie und Verteidigung. Ob das Geschäftsmodell die Erwartungen einlöst, wird sich spätestens bei den nächsten Quartalszahlen zeigen — dann dürfte auch die Frage beantwortet sein, ob der Kurs den Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 12,49 Euro wieder schließen kann.