Deutz: 800-kW-System für Kampfpanzer

Der Kölner Motorenbauer Deutz drängt mit neuen Powerpacks für Panzer in den Rüstungssektor und baut parallel sein Energiesegment aus, um unabhängiger von der Bauwirtschaft zu werden.

Deutz AG Aktie
Kurz & knapp:
  • Neues 800-Kilowatt-Powerpack für Kampfpanzer
  • Rüstungsumsatz soll bis 2030 auf 300 Mio. Euro steigen
  • Übernahme stärkt Energiesparte mit 100 Mio. Euro Umsatz
  • Aktie verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 19 Prozent

Motoren für Traktoren und Baumaschinen reichen Deutz nicht mehr. Der Kölner Traditionskonzern drängt mit Macht in den Rüstungssektor und peilt die schwere Panzerklasse an. Die Transformation zum breit aufgestellten Mehrsparten-Konzern nimmt sichtbare Konturen an.

Auf der Branchenmesse Eurosatory in Paris will das Unternehmen in diesem Sommer ein neues 800-Kilowatt-Powerpack präsentieren. Das V8-basierte System zielt auf 8×8-Radfahrzeuge und Kampfpanzer ab. Damit betritt Deutz eine neue Gewichtsklasse, denn bisher endete das Portfolio bei 600 Kilowatt. Die Entwicklung finanziert der Motorenbauer aus eigenen Mitteln.

Der Plan des Managements ist ambitioniert. Bis 2030 soll der Rüstungsumsatz von zuletzt einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag auf rund 300 Millionen Euro klettern. Das makroökonomische Umfeld liefert Rückenwind, da steigende NATO-Budgets frisches Kapital in den europäischen Verteidigungssektor spülen.

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Neue Standbeine in Asien und im Stromnetz

Parallel zur Rüstungsoffensive ordnet CEO Sebastian Schulte das klassische Geschäft neu. Eine Lizenzkooperation mit dem indischen Hersteller TAFE Motors verlagert die Produktion kleinerer Verbrennungsmotoren nach Rajasthan. Bis zu 30.000 Einheiten jährlich sollen dort vom Band rollen. Deutz senkt so die Fertigungskosten und erschließt sich den asiatisch-pazifischen Raum.

Im gleichen Schritt baut das Unternehmen die neue Energiesparte aus. Die vollständige Übernahme des Systemintegrators Frerk Aggregatebau liefert sofortige Resultate und steuert geschätzte 100 Millionen Euro zum Jahresumsatz bei. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Division rund eine halbe Milliarde Euro erlösen. Das erklärte Ziel lautet, die Abhängigkeit von der zyklischen Bau- und Landwirtschaft drastisch zu reduzieren.

Zölle, Chartbild und anstehende Termine

Ein strukturelles Risiko auf dem Weg dorthin bilden die US-Importzölle von 15 Prozent. Diese treffen einen erheblichen Teil der Motorenexporte nach Nordamerika. Die Kölner reichen die Mehrkosten konsequent an ihre amerikanischen Kunden weiter. Da die wichtigsten Wettbewerber aus Großbritannien und Japan stammen, stehen sie vor exakt denselben Hürden.

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An der Börse wird der Umbau honoriert. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Deutz-Aktie ein Plus von knapp 19 Prozent und notiert aktuell bei 10,26 Euro.

Das Papier pendelt damit leicht unterhalb der 50-Tage-Linie. Warburg Research sieht weiteres Potenzial und bestätigt ein Kursziel von 12,90 Euro. Die Analysten werten den kommenden Zwischenbericht als erste echte Bewährungsprobe für die neue Strategie.

Am 7. Mai legt das Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal vor. Investoren erhalten dann erstmals einen separaten Einblick in die Profitabilität der neuen Segmente Defense und Energy. Wenige Tage später, am 13. Mai, steht auf der Hauptversammlung in Köln die vorgeschlagene Dividendenerhöhung auf 0,18 Euro je Aktie zur Abstimmung.

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