Deutz ist am Donnerstag um rund 4,3 % auf 10,33 Euro gefallen. Damit rückt die Marke von 10 Euro gefährlich nahe. Zugleich hat die Aktie zwei wichtige technische Indikatoren unterschritten: Zur 100-Tage-Linie fehlen inzwischen 1,49 %, zur 200-Tage-Linie 0,83 %. Charttechnisch befindet sich das Papier damit knapp im Abwärtstrend.

Es wird durchaus gefährlich. Analysten sehen aber alles anders

Ein Rückgang unter 10 Euro könnte die Lage weiter verschärfen. Marktbeobachter befürchten, dass dann zusätzlicher Verkaufsdruck entsteht. Schon jetzt stehen die jüngsten Kursverluste in auffälligem Gegensatz zu den Einschätzungen der Analysten. Deren durchschnittliches Kursziel liegt bei 15,97 Euro. Gegenüber der aktuellen Notierung entspricht das einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 55 %. Warburg Research und MPCM sehen den fairen Wert sogar bei 19 Euro. Andere Einschätzungen reichen bis 16,50 Euro. Die hohen Erwartungen wurden zuletzt überwiegend bestätigt.

Dabei fehlen neue Unternehmensnachrichten, die den deutlichen Abschlag erklären könnten. Die vergangenen Quartalszahlen waren ausgesprochen stark ausgefallen. Auch die Übernahme von FFG, mit der Deutz seine Aktivitäten im Rüstungsbereich ausbauen will, war von Analysten positiv aufgenommen worden. Bernstein Research bestätigte zudem seine Einstufung „Outperform“. Eine mögliche Ursache für die Kursschwäche liegt in den Aktivitäten von Leerverkäufern. Institutionelle Investoren und Hedgefonds wie Capital Fund Management halten offenbar aktive Netto-Leerverkaufspositionen. Ob diese tatsächlich den jüngsten Kursrückgang ausgelöst haben, bleibt allerdings offen.

Hinzu kommt das steigende Zinsniveau, das die Stimmung gegenüber Unternehmen aus der Rüstungs- und Technologiebranche belastet. Allerdings entwickelten sich Rheinmetall und RENK am Donnerstag deutlich besser als Deutz. Die allgemeine Branchenschwäche allein erklärt den Kursverlauf daher nicht. Am 5. November stehen die nächsten Quartalszahlen an. Sie dürften für die weitere Bewertung des Unternehmens besondere Bedeutung gewinnen, während die Aktie unmittelbar vor einer charttechnisch wichtigen Kursmarke notiert.