Der Paketmarkt wächst — und DHL baut die Infrastruktur dafür konsequent aus. Rund 18.000 Packstationen betreibt der Bonner Konzern inzwischen in Deutschland, etwa 3.000 mehr als noch zu Jahresbeginn 2025. Bis 2030 soll die Zahl auf 30.000 steigen.

Out-of-Home: Effizienz als Treiber

Hinter dem Netzausbau steckt eine klare Logik. Die klassische Haustürzustellung gilt als teuerster und ineffizientester Teil der Lieferkette — Automaten, die rund um die Uhr zugänglich sind, senken Stopp-Kosten und vermeiden erfolglose Zustellversuche. DHL setzt dabei im Wesentlichen auf eigene Stationen und die Tochterfirma Deinfach, über die auch Drittanbieter ihre Pakete deponieren können.

Das Segment wächst nicht im Alleingang. Der österreichische Anbieter Myflexbox, der Sendungen von DPD, GLS, FedEx und UPS bündelt, hat seine Standorte in Deutschland innerhalb eines Jahres von 602 auf 1.416 mehr als verdoppelt. In größeren Städten werden die Stellflächen jedoch knapper — ein strukturelles Hindernis, das den Ausbau in Ballungsräumen bremsen könnte.

Paketvolumen steigt weiter

Das Gesamtvolumen stützt den Expansionskurs. In Deutschland wurden 2025 rund 3,8 Milliarden Pakete verschickt, ein Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum hat sich gegenüber den Corona-Jahren normalisiert — damals lagen die Zuwächse bei jeweils rund 12 Prozent —, hält aber an. Für 2026 erwartet die Branche ein weiteres Plus.

Einen Dämpfer gab es beim Firmenkundengeschäft: Das B2B-Segment schwächelte 2025 aufgrund der mauen Konjunktur, was auch Kurier- und Expressdienste spürten. Das Konsumentengeschäft lief hingegen weiter solide, getragen vom anhaltenden Wachstum des Online-Handels.

Als Marktführer im deutschen Paketmarkt dürfte DHL vom strukturellen Nachfragewachstum überproportional profitieren. Der geplante Ausbau auf 30.000 Packstationen bis 2030 schafft zudem eine Infrastruktur, die Wettbewerbern schwer zu replizieren ist — und langfristig die Kostenbasis je zugestelltem Paket drücken soll.