Geopolitische Krisen treiben die Ölpreise – doch der Logistikriese DHL zeigt sich unbeeindruckt. Der Konzern versichert, dass die Kerosinversorgung für seine Express-Frachtflieger gesichert ist. Die Aktie legte in den vergangenen 30 Tagen um knapp zwölf Prozent zu, notiert aktuell bei 52,28 Euro.

Breite Beschaffung als Schutzschild

DHL Express setzt auf Einkauf aus vielen Quellen. Das Unternehmen bezieht Treibstoffe verstärkt aus den USA, Nigeria und Südkorea. So lassen sich lokale Engpässe abfedern. „Wir arbeiten seit langem mit einem breiten Lieferantenstamm zusammen“, sagt Mike Parra, Europa-Chef von DHL Express.

Notfallpläne ergänzen die Strategie. Flugzeuge können an alternativen Standorten betankt werden. Routen lassen sich anpassen. Bei Bedarf weicht DHL auf Lkw-Transporte aus oder leitet Fracht über andere Knoten um.

Die operative Stärke untermauert die Zuversicht. Im ersten Quartal stieg das operative Ergebnis der Express-Sparte weltweit um 20,6 Prozent auf 799 Millionen Euro. Weltweit erzielte die Sparte 6,011 Milliarden Euro Umsatz, 2,87 Milliarden davon in Europa.

Nachhaltig und wachstumsorientiert

Parallel zur Sicherung der konventionellen Treibstoffe baut DHL nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) aus. Der SAF-Anteil am Treibstoffmix der Express-Sparte liegt bei zehn Prozent. Der Kerosinzuschlag für internationale Express-Sendungen beträgt derzeit 48,75 Prozent.

Gleichzeitig stärkt der Konzern seine Position in Südostasien. Eine neue Vereinbarung mit dem ASEAN Business Council in Manila zielt auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region.

Prognose bestätigt

DHL hält an den Jahreszielen für 2026 fest. Das Management erwartet ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro. Der freie Cashflow soll rund drei Milliarden Euro erreichen. Die breite Aufstellung und die Flexibilität in der Treibstoffversorgung geben dem Konzern Rückenwind in einem unsicheren Umfeld.