DHL, Honeywell, Airbus: Drei Industriewerte als Bausteine der eigenen Aktienrente

DHL Group lockt mit über vier Prozent Rendite, Honeywell mit Quartalszahlungen und Airbus mit starkem Dividendenwachstum. Ein Vergleich.

DHL Aktie
Kurz & knapp:
  • DHL mit über 4% Dividendenrendite
  • Honeywell zahlt vierteljährlich aus
  • Airbus mit 26% Dividendenplus in drei Jahren
  • Alle drei Werte erhöhten zuletzt die Ausschüttung

Die Renten steigen 2026 um über vier Prozent — und trotzdem reicht das für viele nicht. Das Generationenkapital, Herzstück der Rentenreform, wird frühestens Mitte der 2030er-Jahre Erträge liefern. Wer die Lücke im eigenen Depot schließen will, braucht Aktien, die schon heute verlässlich ausschütten. Drei Industrietitel zeigen, wie unterschiedlich sich Dividendenstabilität anfühlen kann: DHL Group mit der höchsten laufenden Rendite, Honeywell mit quartalsweiser Zahlung und strukturellem Umbaupotenzial, Airbus mit dem stärksten Ausschüttungswachstum der vergangenen Jahre.

DHL Group: Über vier Prozent Rendite und ein neuer Name

Anfang Mai stimmte die Hauptversammlung mit überwältigender Mehrheit für die Ausgliederung des Geschäftsbereichs Post & Paket Deutschland in eine eigenständige Gesellschaft. Die börsennotierte Muttergesellschaft firmiert künftig als DHL AG. Das Kürzel „Deutsche Post“ bleibt nur noch dem inländischen Brief- und Paketgeschäft vorbehalten. Für Aktionäre ist das mehr als Kosmetik: Die neue Struktur spiegelt wider, dass rund 80 Prozent des Umsatzes längst außerhalb des klassischen deutschen Postgeschäfts entstehen — in Fracht, Express und Supply-Chain-Management.

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 wurde auf 1,90 Euro je Aktie angehoben. Seit 2008 ist die Ausschüttung ununterbrochen gestiegen. Bei einem Kurs um 46,80 Euro ergibt sich daraus eine Rendite von gut vier Prozent — ein Wert, den man im Industriesektor selten findet.

Das operative Fundament trägt die Ausschüttung. Trotz Handelskonflikten und einem leichten Umsatzrückgang auf 82,9 Milliarden Euro stieg das EBIT um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Aktives Kapazitätsmanagement und das Kostenprogramm „Fit for Growth“ haben den Margendruck aufgefangen. Für 2026 peilt der Konzern ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro an.

  • Dividendenkontinuität: Seit 2008 jährlich gesteigert
  • Aktienrückkäufe: Programm über 600 Millionen Euro signalisiert zusätzliche Aktionärsfreundlichkeit
  • Bewertung: KGV von knapp 15 — moderat für einen globalen Logistikführer

Das Risiko liegt im zyklischen Charakter des Geschäfts. Geopolitische Spannungen und schwankende Handelsvolumina können die Ergebnisse belasten. Für die Aktienrente bietet DHL dennoch eine seltene Kombination aus hoher laufender Rendite und nachgewiesener Ausschüttungsdisziplin.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei DHL?

Honeywell: Quartalsweise Dividende und ein historischer Umbau

Honeywell steht vor der größten Zäsur seiner Unternehmensgeschichte. Am 29. Juni 2026 soll der Spin-off von Honeywell Aerospace vollzogen werden. Danach existieren zwei eigenständige börsennotierte Unternehmen: eines fokussiert auf Automation, das andere auf Luft- und Raumfahrt. Zusätzlich werden die Bereiche Warehouse and Workflow Solutions sowie Productivity Solutions and Services in der zweiten Jahreshälfte verkauft.

Die Quartalszahlen zum Jahresauftakt 2026 untermauern, dass dieser Umbau nicht auf Kosten des operativen Geschäfts geht. Die Umsätze legten um zwei Prozent zu, getrieben durch Preismaßnahmen und neue Produkte. Besonders stark: Der Auftragseingang wuchs organisch um sieben Prozent und trieb den Auftragsbestand auf 38,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn stieg um elf Prozent.

Die Aktie notiert bei 196,82 Euro und hat seit Jahresbeginn knapp 18 Prozent zugelegt. Nach dem Tief im November 2025 hat sich ein stabiler Aufwärtstrend etabliert.

Im Geschäftsjahr 2025 schüttete Honeywell 4,38 US-Dollar je Aktie aus — verteilt auf vier Quartalszahlungen im März, Juni, September und Dezember. Die laufende Rendite liegt bei rund zwei Prozent. Das klingt bescheiden, hat aber einen entscheidenden Vorteil: regelmäßiger Cashflow. Wer Dividenden zur Deckung laufender Ausgaben nutzen will, profitiert von der quartalsweisen Frequenz gegenüber der typisch europäischen Jahreszahlung.

Der eigentliche Reiz für langfristig orientierte Anleger liegt im Spin-off. Nach der Aufspaltung entstehen zwei fokussierte Unternehmen mit klarerem Bewertungsprofil. Historisch haben solche Transaktionen häufig verborgenen Wert freigesetzt. Das KGV von knapp 30 relativiert sich, wenn man die Summe der Einzelteile betrachtet. Das Hauptrisiko bleibt die Komplexität der Transformation und mögliche Einmalkosten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei DHL?

Airbus: Hohes Dividendenwachstum trotz Margendruck

Airbus sendet widersprüchliche Signale. Einerseits wurde die Dividende für 2025 auf 3,20 Euro je Aktie angehoben — nach 3,00 Euro im Vorjahr. In den vergangenen drei Jahren summierten sich die Steigerungen auf fast 26 Prozent. Andererseits hat der Kurs seit Jahresbeginn rund 17 Prozent verloren und notiert bei 167,80 Euro, weit entfernt vom Januar-Hoch nahe 220 Euro.

Die Ursachen für den Kursrückgang liegen nicht in der Nachfrage. Airlines bestellen weiterhin in großem Umfang. Das Problem sitzt tiefer: steigende Lohnkosten, teurere Zuliefererteile und anhaltende Engpässe in der Lieferkette fressen an den Margen. Ein internes Sparprogramm soll gegensteuern, doch die Umsetzung braucht Zeit.

Für Rentensparer mit langem Horizont ergibt sich daraus eine interessante Konstellation. Die Dividendenrendite liegt bei knapp zwei Prozent — auf den ersten Blick wenig. Die Dynamik der Steigerungen wiegt das jedoch teilweise auf. Wer heute zu gedrückten Kursen einsteigt und die Ausschüttung weiter im bisherigen Tempo wächst, erzielt in einigen Jahren eine deutlich höhere Rendite bezogen auf den Einstiegspreis.

  • Dividendenwachstum: Fast 26 Prozent in drei Jahren
  • Bewertung: KGV von 27 bei einem kapitalintensiven Geschäftsmodell
  • Zentrales Risiko: Lieferkettenprobleme und Margendruck durch steigende Kosten

Die Volatilität der Aktie — annualisiert knapp 37 Prozent — ist nichts für schwache Nerven. Airbus eignet sich als Aktienrenten-Baustein vor allem für Anleger, die Kursschwankungen aussitzen können und auf das Wachstum der Ausschüttung setzen.

Drei Ausschüttungslogiken, ein Vorsorgeziel

Was verbindet die drei Titel? Alle haben zuletzt ihre Dividende erhöht. Alle operieren in globalen Märkten mit hohen Eintrittsbarrieren. Und alle bieten einen konkreten Baustein für die eigenverantwortliche Altersvorsorge — wenn auch mit unterschiedlichem Profil:

  • DHL Group: Höchste laufende Rendite (über 4 %), jährliche Zahlung, moderate Bewertung
  • Honeywell: Quartalsweise Ausschüttung, strukturelles Wertsteigerungspotenzial durch Spin-off
  • Airbus: Stärkstes Dividendenwachstum, aktuell gedrückter Kurs als möglicher Einstiegspunkt

Wer alle drei kombiniert, streut geografisch über Europa und die USA, diversifiziert innerhalb des Industriesektors und erhält einen Dividendenstrom, der — reinvestiert — über Jahre den Zinseszinseffekt entfalten kann. Das Generationenkapital der Bundesregierung soll bis Mitte der 2030er auf 200 Milliarden Euro anwachsen. Im eigenen Depot lässt sich das Prinzip schon heute im Kleinen nachbilden — mit Industriewerten, die ihre Ausschüttungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben.

DHL-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue DHL-Analyse vom 25. Mai liefert die Antwort:

Die neusten DHL-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DHL-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

DHL: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu DHL

Über Felix Baarz 4704 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.