Auf dem Papier plant Diginex eine milliardenschwere Übernahme. An der Börse kämpft das RegTech-Unternehmen derweil um den Verbleib im regulären Handel. Nach einem dramatischen Kurseinbruch klafft zwischen den strategischen Ambitionen des Managements und der harten Marktrealität eine gewaltige Lücke.

Am Dienstag erholte sich die Aktie leicht um rund vier Prozent auf 1,28 US-Dollar. Zuvor hatte das Papier innerhalb von zehn Handelstagen fast 65 Prozent seines Wertes verloren. Im Zentrum dieses Verkaufsdrucks steht die geplante Übernahme von Resulticks.

Das anvisierte Volumen des Deals liegt bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Diginex will diese Transaktion vollständig in eigenen Aktien bezahlen. Der festgelegte Referenzpreis liegt nach einer jüngsten Aktienzusammenführung bei 10,56 US-Dollar. Damit bewertet das Unternehmen die auszugebenden Anteile massiv höher als der aktuelle Börsenkurs. Der Abschluss der Übernahme ist für Ende Mai oder Anfang Juni geplant, sofern alle regulatorischen Bedingungen erfüllt sind.

Rückfall in die Gefahrenzone

Die jüngste Talfahrt bringt ein drängendes Problem zurück auf die Tagesordnung. Ende März hatte die Technologiebörse Nasdaq eine Warnung ausgesprochen, da der Kurs zu lange unter der Marke von einem US-Dollar notierte. Der Reverse Split im Verhältnis acht zu eins hob den Wert zwar optisch über diese kritische Schwelle. Durch den massiven Abverkauf nähert sich das Papier dieser Zone jedoch wieder rasant an. Bis zum 21. September hat das Management Zeit, die Listing-Anforderungen dauerhaft zu erfüllen.

Quantitative Bewertungsmodelle zeichnen aktuell ein düsteres Bild der Lage. Die Plattform Danelfin stuft die Aktie mit einem Score von lediglich 2 Punkten als klaren Verkauf ein. Die Analysefirma AAII vergibt aufgrund einer extrem negativen Gewinnmarge die schlechteste Note „F“. Große Adressen wie UBS oder Geode Capital halten indes an ihren Positionen fest. Insgesamt liegen gut 1,2 Millionen Aktien in institutionellen Händen.

Hoffnungsträger Resulticks

Das Management setzt für den operativen Turnaround voll auf das anvisierte Resulticks-Geschäft. Das Zielunternehmen soll im laufenden Jahr bis zu 210 Millionen US-Dollar Umsatz beisteuern. Parallel dazu kalkuliert Diginex nach der Integration mit operativen Margen von über 30 Prozent. Die Vollzugsmeldung der Übernahme in den kommenden Wochen ist damit die entscheidende Bedingung, um die fundamentale Schwäche des Kerngeschäfts hinter sich zu lassen und die Diskrepanz zur Marktkapitalisierung aufzulösen.