Seit dem Nasdaq-Börsengang vor gut einem Jahr drückt Diginex aufs Tempo. Das Londoner RegTech-Unternehmen baut sein Geschäft massiv um. Das Ziel: eine globale KI- und Datenplattform. Dafür nimmt das Management viel Geld in die Hand.

Mehr als 100 Millionen US-Dollar flossen bereits in Zukäufe. Den Löwenanteil schluckte im Februar die europäische Dekarbonisierungs-Plattform Plan A mit einem Kaufpreis von 80 Millionen Dollar. Vorher erwarb Diginex bereits kleinere Spezialisten für ESG-Daten und Lieferketten-Compliance.

Parallel dazu sichert der Vorstand das organische Wachstum ab. Ein neuer Vertriebsvertrag soll künftig bis zu 40 Millionen Dollar Umsatz einbringen. Der Gründer stützt den Aktienkurs derweil persönlich. Er kaufte seit dem Börsengang eigene Papiere für rund 25 Millionen Dollar.

Der Milliarden-Deal um Resulticks

Der eigentliche Kraftakt folgt erst noch. Diginex plant die Übernahme von Resulticks Global Companies. Der Deal hat ein Volumen von voraussichtlich 1,5 Milliarden Dollar. Diginex will den Kaufpreis komplett in eigenen Aktien begleichen.

Die Frist für den Abschluss haben beide Seiten kürzlich bis zum 29. Mai verlängert. Die Transaktion bleibt komplex und ist an weitere Bedingungen geknüpft.

Resulticks bringt erhebliche Finanzkraft mit. Das Zielunternehmen erzielt rund 150 Millionen Dollar Jahresumsatz. Das operative Ergebnis liegt bei knapp 50 Millionen Dollar. Mit diesem Zukauf würde Diginex zur integrierten Kunden- und Datenplattform aufsteigen.

Führungsteam wächst

Diginex baut parallel das Führungsteam aus. Seit Mitte Mai agiert Archana Kotecha als Chief Impact Officer. Sie soll vor allem die Lieferkettenanalyse skalieren und Menschenrechtsthemen vorantreiben.

Bis Ende Mai entscheidet sich nun, ob der Resulticks-Deal tatsächlich über die Bühne geht. Ein erfolgreicher Abschluss würde die Umsatzbasis von Diginex auf einen Schlag vervielfachen.