Die Frist ist verstrichen. Am Freitag lief das Zeitfenster für die milliardenschwere Übernahme von Resulticks durch Diginex ab. Eine offizielle Bestätigung des Deals fehlt bisher. Das sorgt bei Anlegern für erhebliche Nervosität.
Im Frühjahr hatte Diginex große Pläne verkündet. Der Konzern will Resulticks für 1,5 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die Bezahlung soll komplett in eigenen Papieren erfolgen. Der vereinbarte Preis liegt bei 1,32 US-Dollar je Aktie.
Ursprünglich war der Abschluss für Ende Mai geplant. Die Parteien verschoben den Termin später auf den 12. Juni. Diginex betonte dabei ausdrücklich das Risiko eines Scheiterns. Das Ausbleiben einer Meldung drückt nun massiv auf die Stimmung.
Kampf gegen den Nasdaq-Rauswurf
Parallel dazu kämpft das Unternehmen an einer zweiten Front. Die Aktie notiert wieder unter der kritischen Marke von einem US-Dollar. Zum Handelsschluss am Freitag fiel der Kurs auf 0,96 US-Dollar. Damit verletzt Diginex erneut die Mindestvorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq.
Um den Rauswurf abzuwenden, griff das Management bereits zu drastischen Mitteln. Ende April legte Diginex jeweils acht Aktien zu einer zusammen. Die Folge: Dieser Effekt ist bereits verpufft. Bis zum 21. September bleibt nun Zeit für eine Lösung.
Operative Fortschritte ignoriert
Abseits der Börsenturbulenzen meldet das operative Geschäft Fortschritte. Anfang Juni startete Diginex eine neue Software für die Überwachung von Lieferketten. Der adressierbare Markt für diese Dienstleistungen wird bis 2034 auf fast zehn Milliarden US-Dollar geschätzt.
Auch die KI-Tochter Matter liefert positive Nachrichten. Sie verbesserte ihre Software zur automatischen Extraktion von Klimadaten deutlich. Die Automatisierungsrate sprang von 25 auf 80 Prozent. Börsianer blenden diese operativen Meilensteine derzeit jedoch komplett aus.
Extreme Schwankungen erwartet
Der Blick auf den Chart zeigt ein klares Bild. Auf Monatssicht verlor das Papier gut 20 Prozent an Wert. Mit einem RSI von 29,6 gilt die Aktie technisch als überverkauft. Die annualisierte Schwankungsbreite liegt bei extremen 123 Prozent.
Die neue Handelswoche erzwingt eine Entscheidung. Sobald das Management sich zum Status der Resulticks-Übernahme äußert, drohen heftige Kursausschläge in beide Richtungen. Scheitert der Deal endgültig, rückt das Delisting-Risiko sofort wieder in den Fokus.
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