Nach tagelangem Schweigen herrscht bei Diginex endlich Klarheit. Das RegTech-Unternehmen verschiebt die Frist für seine geplante Milliardenübernahme von Resulticks. Anleger reagieren nervös. Schließlich kämpft der Konzern parallel gegen den Rauswurf von der US-Technologiebörse Nasdaq.
Ein ungleicher Zusammenschluss
Die sogenannte Long-Stop-Frist für den Kaufvertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2026. Beide Parteien brauchen mehr Zeit für die Abschlussbedingungen. Diginex bewertet Resulticks in der reinen Aktientransaktion mit rund 1,5 Milliarden US-Dollar.
Der geplante Zukauf gleicht einem strategischen Kraftakt. Diginex selbst setzte im vergangenen Geschäftsjahr lediglich zwei Millionen US-Dollar um. Resulticks soll künftig etwa 150 Millionen US-Dollar zum Jahresumsatz beisteuern. Das operative Ergebnis des Ziels taxiert das Management auf bis zu 50 Millionen US-Dollar.
Mit der Übernahme baut das Londoner Unternehmen sein Geschäftsmodell massiv aus. Die bestehende Plattform für Nachhaltigkeitsdaten erhält neue Funktionen. Künftig können Kunden ihre ESG-Entscheidungen in Echtzeit treffen. Neue Instrumente zur Kundeninteraktion ergänzen das Portfolio.
Kampf um die Börsennotierung
An der Börse sorgt die Verzögerung für spürbaren Druck. Die Folge: Die Aktie notiert aktuell bei rund 0,97 US-Dollar. Damit rutscht das Papier unter die kritische Marke der Nasdaq. Bis zum 21. September 2026 muss das Unternehmen die Mindestanforderungen für den Verbleib im Index erfüllen.
Um den Kurs mechanisch zu stützen, zog das Management bereits Ende April einen Aktiensplit durch. Aktionäre erhielten für acht alte Papiere eine neue Aktie. Die extrem hohe Volatilität zeigt jedoch die anhaltende Unsicherheit der Investoren.
Interner Umbau läuft
Abseits des Übernahmekrimis ordnet Diginex seine internen Strukturen. Die neue Marketingchefin Carole Zibi integriert derzeit drei bestehende Einheiten in eine gemeinsame Technologieplattform. Parallel dazu meldet die Tochtergesellschaft Matter operative Fortschritte. Die Software extrahiert Klimadaten nun deutlich stärker automatisiert.
Diese internen Erfolge rücken am Markt aktuell in den Hintergrund. Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich voll auf das Ende des Monats. Am 30. Juni 2026 läuft die verlängerte Frist für den Resulticks-Deal endgültig ab.
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