Diginex nimmt Fahrt auf. Der Vorstand hat den 8. Oktober 2026 als Termin für eine außerordentliche Hauptversammlung festgelegt, auf der Aktionäre über die Übernahme von Resulticks abstimmen sollen. Damit rückt eine Transaktion näher, die aus dem Londoner RegTech-Anbieter ein komplett neues Unternehmen formen würde.
Der Deal selbst wurde neu aufgesetzt. Diginex und Resulticks haben einen geänderten und neu gefassten Kaufvertrag unterzeichnet, der die ursprüngliche Vereinbarung vom April 2026 ersetzt. Die Gegenleistung: 600 Millionen neue Diginex-Aktien zu je 1,75 US-Dollar, macht in Summe rund 1,05 Milliarden Dollar für hundert Prozent der Resulticks-Anteile. Bezahlt wird ausschließlich in Aktien.
Machtverschiebung im Aktionärskreis
Die Struktur hat es in sich. Weil die Gegenleistung komplett in neuen Anteilen erfolgt, werden die Resulticks-Aktionäre und erwartete Investoren mit rund 50 Millionen Dollar frischem Kapital nach Abschluss etwa 86 Prozent des vergrößerten Unternehmens kontrollieren. Diginex wird damit faktisch zum kleineren Partner in der eigenen Fusion.
Auch an der Spitze ändert sich einiges. Resulticks-Mitgründerin Redickaa Subrammanian soll CEO der kombinierten Gruppe werden, Diginex-Chairman Miles Pelham tritt zurück, der Vorstand wird mit von Resulticks benannten Mitgliedern neu besetzt.
Resulticks selbst bringt operative Substanz mit: Der auf Kundenbindungslösungen spezialisierte Anbieter aus Singapur erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 150 Millionen Dollar bei 17 Millionen Dollar Gewinn nach Steuern, mit einer Wachstumsrate von über 60 Prozent seit der Pandemie.
Vier Beschlüsse, ein Ziel
Auf der Hauptversammlung im Oktober stehen vier Punkte zur Abstimmung: die Genehmigung des Kaufvertrags samt Aktienausgabe, eine Erhöhung des genehmigten Grundkapitals, eine neue Satzung sowie eine Aktienzusammenlegung. Letztere soll sicherstellen, dass die vergrößerte Gruppe die Anforderungen für eine Nasdaq-Neunotierung nach Regel 5110 erfüllt — technisch betrachtet ein Reverse-Merger mit Diginex als börsennotiertem Vehikel.
Stichtag für die Stimmberechtigung ist der 14. August 2026. Die Einberufung samt Vollmachtsunterlagen soll den Aktionären um den 25. September 2026 zugestellt werden.
Der Zeitplan bleibt eng gesteckt: Der Abschluss der Transaktion wird für spätestens den 30. Oktober 2026 angestrebt, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre, der Nasdaq-Genehmigung und weiterer regulatorischer Auflagen. Eine Garantie für den fristgerechten oder überhaupt erfolgreichen Abschluss gibt es nicht — das Unternehmen selbst verweist auf die üblichen Vollzugsrisiken bei einer Transaktion dieser Größenordnung.
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