Die zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer gerät zunehmend unter Beschuss. Rund 13 Seemeilen vor dem rumänischen Hafen Constanta ist ein Handelsschiff nach einem mutmaßlichen Drohnentreffer gekentert. Ein Seemann kam ums Leben, drei weitere Besatzungsmitglieder werden vermisst. Für die internationale Frachtschifffahrt bedeutet der Vorfall eine spürbare Verschärfung der Sicherheitslage, die Umwege und steigende Transportkosten nach sich zieht.
Das unter der Flagge der Komoren fahrende Schiff droht nach dem Notruf zu sinken. Neun Besatzungsmitglieder konnten von den Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden. Rumäniens Staatspräsident Nicusor Dan bezeichnete den Angriff als weiteren russischen Eskalationsversuch im Kontext des Kriegs gegen die Ukraine, ließ die genaue Herkunft der Drohne formal aber offen.
Gehäufte Vorfälle an den Seewegen
Der Vorfall ist kein Einzelfall. Es handelt sich um das vierte Handelsschiff, das allein im Oktober vor der rumänischen Küste attackiert wurde. Erst vor gut einer Woche wurden zwei Frachter im Bereich der Donaumündung nahe Sulina beschädigt. Zuvor war bereits Anfang Oktober ein mit Getreide beladenes Schiff bei Sfantu Gheorghe getroffen worden.
Die Einschläge betreffen längst nicht mehr nur rumänische Gewässer. In den vergangenen Tagen gerieten auch Handelsschiffe in den Wirtschaftszonen des Nachbarlands Bulgarien unter Beschuss. Beide Staaten fordern vor diesem Hintergrund verstärkte Unterstützung durch die Nato, um die Passage im westlichen Schwarzen Meer abzusichern.
Steigende Kosten für Fracht und Logistik
Der Verband Deutscher Reeder mahnt sichere Seewege an. Müssen Handelsschiffe gefährdete Routen meiden, drohen längere Fahrzeiten und Lieferverzögerungen. Reedereien wie Maersk oder Hapag-Lloyd stehen vor dem Problem steigender Versicherungsprämien für Schiffe in Krisengebieten. Ob höhere Frachtraten diese Mehrausgaben ausgleichen können, hängt von der Marktlage ab.
Auch Logistikkonzerne wie DHL Group und Kuehne+Nagel spüren die Verwerfungen durch kostspieligere Ausweichrouten. Tankerreedereien wiederum blicken auf die Frachtraten, die bei anhaltenden Unsicherheiten auf den Transportwegen typischerweise anziehen. Sollten sich die Sicherheitsrisiken im Schwarzen Meer verfestigen, werden die Reeder ihre Routenführung und Risikozuschläge für die Region zügig anpassen müssen.
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