DroneShield baut sein Geschäft in den USA aus. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 errichtet das australische Unternehmen ein stadtweites Drohnen-Überwachungsnetz in Kansas City. Die Anlage soll nicht nur während des Turniers laufen, sondern dauerhaft Drohnenaktivitäten in niedriger Flughöhe erfassen und unerwünschte Flüge abwehren.

Mehrschichtiges System für Großveranstaltungen

Die Kansas City Police Department koordiniert das Projekt gemeinsam mit Airspace Links AirHub-Portal und regionalen Sicherheitsbehörden. Anders als bei punktuellen Event-Absicherungen setzt das Konzept auf eine mehrstufige Sensorarchitektur über mehrere Zuständigkeitsbereiche hinweg.

DroneShield liefert die primäre Erkennungs- und Abwehrschicht. Das System kombiniert Funkfrequenz-Sensoren mit Radartechnologie von Echodyne, um auch in dichter Stadtbebauung zuverlässig zu funktionieren. Autorisierte Drohnenflüge — etwa von Polizei oder Medien — sollen in Echtzeit von potenziellen Bedrohungen unterschieden werden können.

Die Ankündigung erfolgte am 14. Mai 2026. Kansas City ist einer von elf US-Austragungsorten der WM.

Führungswechsel nach zehn Jahren

Parallel dazu vollzieht DroneShield einen Generationswechsel an der Spitze. Peter James, seit zehn Jahren Chairman und damit länger als das Unternehmen an der Börse notiert ist, trat am 29. Mai auf der Hauptversammlung zurück. Er hatte die Position bereits vor dem Börsengang 2016 übernommen.

Hamish McLennan übernahm noch am selben Tag den Vorsitz. Er war erst am 1. Mai als unabhängiger Direktor und designierter Chairman ins Board eingezogen. Die Rotation folgt auf die Ernennung von Angus Bean zum CEO im April 2026, der Oleg Vornik ablöste.

Ebenfalls am 29. Mai meldete ein institutioneller Großaktionär eine Positionsanpassung. Die Governance-Umstellung fällt in eine Phase operativer Reife: DroneShield wurde im September 2025 in den S&P/ASX 200 aufgenommen.

Rekordjahr und europäische Fertigung

Das Geschäftsjahr 2025 brachte einen Umsatzsprung um 276 Prozent auf 216,5 Millionen australische Dollar. Software-as-a-Service-Erlöse stiegen um 312 Prozent auf 11,6 Millionen Dollar — ein Indiz für den Schwenk zu wiederkehrenden Einnahmen mit höherer Marge.

Europa trägt inzwischen 45 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Im März 2026 nahm DroneShield eine eigene Fertigung in der Europäischen Union in Betrieb, um die Nachfrage vor Ort zu bedienen.

Die Produktionskapazität soll bis Ende 2026 von rund 500 Millionen auf 2,4 Milliarden australische Dollar jährlich steigen. Die Kasse ist mit etwa 210 Millionen Dollar gut gefüllt.

Vergütungskritik und Verteidigungsaufträge

Auf der Hauptversammlung am 29. Mai kassierte der Vergütungsbericht einen „First Strike“ — mehr als 25 Prozent der Stimmen fielen dagegen. Das ist ein Warnsignal, aber noch keine Blockade.

Operativ bleibt der Fokus auf Rüstungsprogramme und zivile Infrastrukturschutz-Projekte gerichtet. Die Aufnahme in das australische LAND-156-Panel für Drohnenabwehr und die Safer-Skies-Initiative in den USA bilden das Fundament der aktuellen Vertriebspipeline im Milliardenwert.

Die Aktie notiert bei 2,08 Euro, ein Plus von 1,8 Prozent am Freitag. Binnen zwölf Monaten legte der Kurs um 181 Prozent zu, liegt aber 43 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 3,65 Euro.