Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei DroneShield klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Spezialist für Drohnenabwehr glänzt mit Rekordumsätzen. Die Anleger blicken jedoch gebannt auf eine laufende Untersuchung der australischen Aufsichtsbehörde ASIC.
Ermittlungen belasten den Kurs
Die Behörde prüft die Informationspolitik des Unternehmens. Konkret geht es um Mitteilungen aus dem November 2025. In diesen Zeitraum fällt ein umstrittener Aktienverkauf. Der ehemalige CEO Oleg Vornik und der Ex-Aufsichtsratschef Peter James veräußerten damals Papiere im Wert von fast 70 Millionen Dollar. Kurz darauf brach der Aktienkurs massiv ein.
Die Folge: Misstrauen am Markt. Der Aktienkurs spiegelt diese Unsicherheit wider. Gestern schloss das Papier bei 1,95 Euro. Damit notiert die Aktie rund 46 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom vergangenen Oktober. Auf Jahressicht steht dennoch ein sattes Plus von 184 Prozent auf der Anzeigetafel.
Neues Führungsteam übernimmt
DroneShield hat auf die Governance-Krise reagiert. Angus Bean lenkt nun als neuer CEO die Geschicke des Unternehmens. Hamish McLennan übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats. Das neue Duo will das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Dafür führte das Management eine verbindliche Mindesthaltefrist für Aktien ein. Diese Regel gilt ab sofort für alle Direktoren und Führungskräfte.
Operatives Geschäft wächst rasant
Abseits der regulatorischen Probleme läuft das Tagesgeschäft auf Hochtouren. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 121 Prozent auf 74,1 Millionen Dollar. Die liquiden Mittel belaufen sich auf gut 222 Millionen Dollar. Der Konzern ist komplett schuldenfrei.
Das Geld fließt in den weiteren Ausbau. DroneShield baut aktuell eine eigene Produktion in der Europäischen Union auf. Die ersten europäischen Systeme sollen Mitte 2026 ausgeliefert werden. Die Vertriebspipeline ist prall gefüllt. Das Unternehmen beziffert offene Projekte auf ein Volumen von 2,2 Milliarden Dollar.
Am 29. Mai 2026 findet die Hauptversammlung in Sydney statt. Dort wird das Management Farbe bekennen müssen. Aktionäre erwarten klare Antworten zu den ASIC-Ermittlungen. Zudem muss CEO Bean aufzeigen, wie er das ambitionierte Umsatzziel von einer Milliarde Dollar bis 2030 erreichen will.
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