Die australische Börsenaufsicht ASIC hat ein formelles Ermittlungsverfahren gegen DroneShield eingeleitet. Das belastet die Aktie des Abwehrtechnologie-Spezialisten – und das ausgerechnet vor der Hauptversammlung in knapp einer Woche. Am Freitag schloss der Kurs bei 1,86 Euro, ein Minus von 2,38 Prozent. Auf Wochensicht verlor das Papier 5,28 Prozent.

ASIC-Untersuchung: Formelles Verfahren läuft

Im Fokus der Aufsichtsbehörde: Aussagen des Unternehmens vom November 2025. DroneShield hatte damals drei US-Regierungsaufträge im Volumen von 7,6 Millionen US-Dollar gemeldet – und die Meldung Stunden später zurückgezogen. Statt neuer Aufträge handelte es sich um Bestellungen, die bereits bekannt waren. Ein folgenschwerer Fehler.

Parallel dazu verkauften Vorstandschef Oleg Vornik und Chairman Peter James zwischen dem 6. und 12. November Aktien im Wert von 67 bis 70 Millionen australischen Dollar. Die zeitliche Nähe zur irreführenden Meldung dürfte die Aufmerksamkeit der Ermittler verstärkt haben. DroneShield kooperiert nach eigenen Angaben voll mit der Behörde.

BlackRock steigt aus

Zusätzliche Belastung: BlackRock hat seine Beteiligung unter die Meldeschwelle reduziert. Der Abzug des weltgrößten Vermögensverwalters fällt in eine Phase massiver Kursverluste. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Euro im Oktober 2025 ist die Aktie fast 49 Prozent entfernt.

Produktionsexpansion bleibt Plan

Trotz des Gegenwinds hält das Management am ehrgeizigen Ausbau fest. DroneShield will die jährliche Produktionskapazität von 500 Millionen auf 2,4 Milliarden australische Dollar steigern – bis Ende 2026. Dafür entstehen neue Montagewerke in den USA und Europa. Ob die Nachfrage die Kapazitäten füllt, hängt auch vom Ausgang der regulatorischen Prüfung ab.

Ausblick: Hauptversammlung als Stimmungstest

Mit einem RSI von 11,7 ist die Aktie technisch so überverkauft wie selten in den vergangenen zwölf Monaten. Das 30-Tage-Tief bei umgerechnet 1,49 Euro markiert die nächste Unterstützung. Die entscheidende Weichenstellung steht aber am 29. Mai an. Dann will das Management auf der Hauptversammlung Rede und Antwort stehen – zu den Governance-Reformen und zum Stand der ASIC-Ermittlungen. Bis dahin bleibt DroneShield im Bann der Regulierungsbehörde.