DroneShield steht bei 1,09 Euro und damit rund 71 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,78 Euro. Am Freitag legte die Aktie allerdings um 4,30 % zu. Der Kurs bleibt damit extrem beweglich, denn zwischen dem Jahrestief von 0,82 Euro und dem bisherigen Hoch liegt eine ungewöhnlich große Handelsspanne. Für kurzfristig orientierte Börsianer ist diese Schwankungsbreite ein wesentlicher Teil der aktuellen Geschichte.

Der Kursanstieg trifft auf zwei neue Entwicklungen im Geschäft. Ende September erhielt DroneShield einen dreijährigen IDIQ-Rahmenvertrag für das US-Programm Domestic Shield mit einem maximalen Volumen von 500 Millionen Dollar. Das klingt zunächst nach einem Großauftrag, ist wirtschaftlich aber anders zu bewerten. Ein IDIQ-Vertrag legt einen Beschaffungsrahmen fest und garantiert nicht automatisch Abrufe über die gesamte Summe. Für die tatsächlichen Erlöse sind deshalb die späteren Einzelaufträge entscheidend.

Am 1. Oktober hat sich viel gedreht

Noch am 1. Oktober kam ein zweiter Schritt hinzu. DroneShield führt mit Mission Ready Services ein jährlich erneuerbares Angebot ein, das Softwareaktualisierungen, Schulungen und technischen Support bündelt. Mehr als 4.100 softwarefähige Geräte des Unternehmens befinden sich nach den aktuellen Unternehmensangaben bereits im Einsatz. Damit entsteht eine größere installierte Basis, aus der wiederkehrende Erlöse entstehen können. Wie groß der finanzielle Beitrag des neuen Modells wird, lässt sich derzeit allerdings noch nicht beziffern.

Die Entwicklung ist auch deshalb interessant, weil DroneShield im ersten Halbjahr bereits 11,5 Millionen australische Dollar mit wiederkehrenden Erlösen erzielte. Das entsprach rund 9,2 % des Gesamtumsatzes. Das Hardwaregeschäft bleibt damit weiterhin der wesentlich größere Teil des Unternehmens.

Für die Börse treffen somit ein stark gefallener Kurs und neue Geschäftsmöglichkeiten aufeinander. Der US-Rahmenvertrag eröffnet Zugang zu einem potenziell großen Beschaffungsprogramm, während das neue Serviceangebot die Einnahmen stärker wiederkehrend machen soll. Beides muss sich jedoch erst in konkreten Bestellungen beziehungsweise zusätzlichen Erlösen zeigen. Analysten sind bei der DroneShield zudem offen für Kurssteigerungen. Die könnten beträchtlich sein.