500 Millionen Dollar stehen im US-Beschaffungsprogramm Domestic Shield im Raum. Für DroneShield könnte sich damit ein Zugang zu weiteren Aufträgen im amerikanischen Verteidigungsmarkt eröffnen. Die Meldung über die Aufnahme in das Programm stammt allerdings bereits von Ende September. Außerdem handelt es sich um einen dreijährigen Rahmenvertrag, nicht um eine garantierte Bestellung über den Höchstbetrag. Für den Umsatz zählen erst die konkreten Abrufe durch US-Behörden.

Börsen sind nicht zufällig skeptisch

Das erklärt auch, weshalb die große Zahl bislang keine erkennbare Wende an der Börse ausgelöst hat. Am Mittwoch verlor DroneShield 2,05 % auf 0,93 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 49 %, der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt inzwischen rund 47 %. Die durchschnittlichen Analystenkursziele von knapp 1,30 Euro liegen deutlich höher. Zwischen diesen Erwartungen und dem Kurs steht jedoch die Frage, wie viel des möglichen US-Geschäfts tatsächlich in verbindliche Bestellungen mündet.

Die Dimension des Gesamtprogramms zeigt, wie wichtig diese Unterscheidung ist. Die US Army hat Rahmenvereinbarungen mit zehn Anbietern über insgesamt 4,15 Milliarden Dollar eingerichtet. Zu Beginn waren davon rund 50 Millionen Dollar verbindlich gebunden. Diese Summe gilt für das gesamte Programm und nicht allein für DroneShield. Der mögliche Höchstwert eines Rahmenvertrags ist deshalb kein verlässlicher Maßstab für den kurzfristigen Umsatz eines einzelnen Unternehmens.

Neben staatlichen Beschaffungen versucht DroneShield, mit bestehenden Geräten laufende Erlöse zu erzielen. Das Abonnement Mission Ready Services bündelt Software-Updates, technische Unterstützung, Schulungen und digitale Kundendienste. Weltweit sind nach Unternehmensangaben mehr als 4.100 softwarefähige Geräte im Einsatz. Daraus kann ein zusätzliches Servicegeschäft entstehen, sofern genügend Kunden die Leistungen buchen und ihre Abonnements verlängern.

Das Access Portal ergänzt dieses Angebot mit Produktinformationen, Aktualisierungen und technischer Unterstützung. Eine Designauszeichnung würdigt die Plattform, sagt aber nichts über ihre wirtschaftliche Bedeutung aus. Für die Bewertung der Aktie bleiben konkrete Auftragsabrufe, tatsächliche Umsätze und wiederkehrende Serviceerlöse entscheidend.

Analysten sind dennoch aktuell noch zuversichtlich, jedenfalls wenn es die wenigen Stimmen betrifft. Die Kursziele liegen höher.