Auf 0,82 Euro ist DroneShield am Dienstag abgestürzt. Nach einem weiteren Kursverlust von 3,1 % hat die australische Rüstungsaktie ihr 1-Jahres-Tief erreicht. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von mehr als 50 % zu Buche. Auch der Abstand zur 200-Tage-Linie zeigt, wie schwer die Aktie angeschlagen ist.

DroneShield: An sich nicht so schwach

Dabei verfügt DroneShield für 2026 bereits über vertraglich zugesagte Erlöse von 261 Millionen AUD. Das Geld liegt allerdings noch nicht vollständig in der Kasse. Ein Teil der Zusagen stammt zudem aus älteren Verträgen. Neue Geschäftsabschlüsse lassen sich daraus nicht unmittelbar ableiten.

Vor allem die Kostenentwicklung belastet das Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die operativen Aufwendungen von 42 auf 103 Millionen AUD. Der Umsatz legte zwar um rund 74 % auf 125,8 Millionen AUD zu, das bereinigte EBITDA verschlechterte sich jedoch von plus 8,0 auf minus 12,4 Millionen AUD. Die Bruttomarge fiel von 65 % auf 60 %.

Jefferies sieht darin ein erhebliches Problem und bleibt bei seiner negativen Einschätzung. Die Analysten bezweifeln, dass der laufende Auftragseingang mit den bereits zugesagten Erlösen Schritt hält. Zudem wachsen die Ausgaben schneller als die Umsätze.

Erschwert wird die Beurteilung durch eine Entscheidung des Managements. Vor gut vier Monaten kündigte DroneShield an, künftig auf die Berichterstattung über seine Auftragspipeline zu verzichten. Damit fehlen Anlegern zusätzliche Informationen über mögliche neue Geschäfte.

Hinzu kommt die Untersuchung der australischen Börsenaufsicht ASIC zu möglichen Verstößen gegen Offenlegungspflichten im vergangenen Jahr. Ob Sanktionen folgen, ist weiterhin offen.

Trotz des Kursverfalls halten einige Analysten an hohen Kurszielen fest. Allerdings wird DroneShield nur von wenigen Häusern beobachtet. Canaccord Genuity nennt beispielsweise 2,60 AUD und empfiehlt den Kauf. Jefferies setzt sein Kursziel dagegen bei 1,25 AUD an.