DroneShield baut seine Führungsetage um. Der Spezialist für Drohnenabwehr holt einen hochrangigen Militär an Bord. Das Ziel: lukrative Regierungsaufträge sichern. An der Börse honorierten Anleger den Schritt am Mittwoch mit einem leichten Plus von 2,39 Prozent auf 1,48 Euro. Die Aktie notiert damit aber weiterhin fast 60 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom vergangenen Oktober. Ein handfester Skandal schreckt Investoren ab.

Der neue Mann für Großaufträge

Ab sofort verstärkt der pensionierte Konteradmiral Lee Goddard das Board. Er bringt drei Jahrzehnte Erfahrung im Verteidigungssektor mit. Zuvor leitete er die Australian Missile Corporation. Goddard verfügt über exzellente Kontakte in die Beschaffungsbehörden der USA und verbündeter Staaten.

Genau diese Expertise braucht DroneShield jetzt. Das Unternehmen drängt massiv auf den US-Markt. Der Vorstand erhofft sich durch die Personalie einen schnelleren Zugang zu komplexen Verteidigungsetats.

Europa im Visier

Parallel dazu treibt das Management die Expansion in Europa voran. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris besiegelte DroneShield eine Partnerschaft mit dem niederländischen Fahrzeugbauer Defenture. Gemeinsam wollen sie mobile Systeme zur Drohnenabwehr entwickeln. Die Technik soll direkt in Militärfahrzeuge wie den „Mammoth“ integriert werden.

Die Basis dafür steht bereits. Anfang Juni lief im neuen Hauptquartier in Amsterdam das erste Abwehrsystem vom Band. In Polen entsteht derzeit weitere Produktionskapazität für die NATO-Ostflanke.

Finanziell steht das Unternehmen auf einem soliden Fundament. Der Umsatz sprang im ersten Quartal um 121 Prozent auf 74,1 Millionen australische Dollar. Die Kassen sind mit 223 Millionen Dollar prall gefüllt. Schulden hat DroneShield keine.

Der Schatten der Ermittler

Trotz der operativen Erfolge meiden viele institutionelle Investoren das Papier. Der Grund ist eine laufende Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC. Die Behörde prüft seit Mai mögliche Insidergeschäfte.

Ende 2025 hatten der damalige CEO Oleg Vornik und Ex-Chairman Peter James große Aktienpakete verkauft. Kurz darauf meldete DroneShield einen Millionenauftrag. Nur wenige Stunden später zog das Unternehmen diese Meldung wieder zurück. Dieser Vorfall lastet schwer auf dem Kurs. Der RSI-Wert von 38 signalisiert weiterhin eine angeschlagene Verfassung.

Die prall gefüllte Projektpipeline von 2,2 Milliarden Dollar rückt dadurch in den Hintergrund. Allein in der zweiten Jahreshälfte könnte ein Einzelauftrag über 730 Millionen Dollar anstehen. Frische Fakten liefert das Management am 26. August. Dann präsentiert DroneShield die Zahlen für das erste Halbjahr 2026.