E.ON treibt die Dekarbonisierung im Industriesektor und den Ausbau dezentraler Energielösungen voran. Am Montag vereinbarte das Energieunternehmen eine langfristige Partnerschaft mit der Meyer Werft am Standort Papenburg. Bis zum Jahr 2030 sind dort Investitionen von bis zu 38 Millionen Euro in moderne Energieinfrastruktur vorgesehen.
Großprojekt für die Meyer Werft in Papenburg
Die Zusammenarbeit soll den industriellen Fertigungsprozess schrittweise von fossilen Energieträgern entkoppeln. Neben dem Einsatz industrieller Wärmepumpen und elektrischer Heizstrahler umfasst die Modernisierung eine Erneuerung der Werftlüftung. Zudem befinden sich vergleichbare Projekte für die Neptun Werft in Warnemünde in der Vorbereitung.
Das technische Herzstück des Vorhabens bildet eine Photovoltaikanlage mit 24.500 Quadratmetern Modulfläche und einer Spitzenleistung von rund 5 Megawatt-Peak. Gleichzeitig zielt das Vorhaben darauf ab, den Kohlendioxidausstoß des Schiffbauers bis 2030 um rund 25 Prozent zu senken. Ergänzend installieren die Partner Anlagen für bidirektionalen Landstrom, um Schiffe im Hafen sauber zu versorgen.
Kooperation mit BYD zielt auf intelligentes Laden
Parallel zur Transformation im Schiffbau verstärkt der Versorger seine Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität. Im November startet in Deutschland eine Kooperation mit dem Hersteller BYD. Fahrer vollelektrischer Modelle der Marke können einen intelligent gesteuerten Stromtarif nutzen und dabei einen monatlichen Bonus von bis zu 20 Euro erzielen.
Die Regelung gilt für Neukunden beim Kauf oder Leasing sowie für bisherige Fahrzeugbesitzer bei einem Wechsel zu E.ON. Genaue Tarifkonditionen wurden bislang noch nicht veröffentlicht. Perspektivisch planen die Partner, das Angebot auf weitere europäische Märkte auszudehnen und bidirektionales Laden zu integrieren.
Netzbalance und Marktumfeld
Die Vernetzung dezentraler Erzeuger und Verbraucher bildet ein wichtiges Standbein für das Stromnetz der Zukunft. E.ON verweist in einer Studie darauf, dass eine koordinierte Netzbalance allein in Deutschland jährlich Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Euro bringen kann.
Die Analysten der UBS hatten den Wert vor rund zwei Wochen heraufgestuft; seither verbucht die Aktie ein Minus von 3,7 Prozent. Das Bankhaus betont attraktive regulierte Renditen im Netzgeschäft und erwartet für 2029 eine deutliche Ausweitung der jährlichen Infrastrukturinvestitionen.
An der Börse zeigt sich das Papier zur Wochenmitte schwächer. Die Aktie gibt am heutigen Mittwoch 3,0 Prozent nach und steht bei 17,05 Euro. Damit beläuft sich der Börsenwert des Konzerns auf 45,50 Milliarden Euro.
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