Eli Lilly setzt seinen Wachstumskurs fort und erschließt durch eine strategische Akquisition ein neues medizinisches Feld. Der Pharmakonzern übernimmt das Unternehmen AtaiBeckley für einen Gesamtbetrag von bis zu 3,8 Milliarden USD. Mit diesem Schritt festigt das Unternehmen seine Ambitionen im Bereich der Neurowissenschaften und positioniert sich in der Entwicklung neuartiger Therapien gegen psychische Erkrankungen.
Milliardendeal im Bereich der psychischen Gesundheit
Die Übernahme von AtaiBeckley sieht eine Barkomponente von 6,75 USD pro Aktie vor. Zusätzlich beinhaltet die Vereinbarung sogenannte Contingent Value Rights (CVR), die weitere Zahlungen von bis zu 2,50 USD pro Aktie ermöglichen, sofern definierte Meilensteine erreicht werden. Zu diesen Zielen gehören der Start der Phase-3-Studie für den Wirkstoffkandidaten VLS-01 sowie behördliche Zulassungen für BPL-003 und VLS-01.
Im Zentrum des Interesses steht der Wirkstoff BPL-003, ein synthetisches Psychedelikum (5-MeO-DMT), das zur Behandlung therapieresistenter Depressionen entwickelt wird. Medienberichten zufolge validiert dieser Deal den gesamten Sektor der psychedelischen Therapeutika, da Eli Lilly damit eine führende Rolle in einer klinisch anspruchsvollen Infrastruktur übernimmt. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
Finanzzahlen und operative Fortschritte
Parallel zur Expansion im Bereich der psychischen Gesundheit profitiert Eli Lilly von einer starken operativen Dynamik im Kerngeschäft. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzsprung von 55,5 Prozent auf 19,80 Milliarden USD, womit die Konsensschätzungen von 17,82 Milliarden USD deutlich übertroffen wurden. Das Ergebnis je Aktie (EPS) belief sich auf 8,55 USD und lag damit signifikant über der Erwartung von 6,97 USD.
Wesentliche Wachstumstreiber bleiben die Präparate Mounjaro und Zepbound, die im ersten Quartal einen weltweiten Umsatz von 12,8 Milliarden USD generierten. Aufgrund dieser Entwicklung hat das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne zwischen 82 und 85 Milliarden USD angehoben. Das bereinigte EPS für das laufende Geschäftsjahr wird nun zwischen 35,50 USD und 37,00 USD erwartet. Flankiert werden diese Zahlen durch die Entwicklung des Triple-Agonisten Retatrutide, der die Pipeline im Bereich Stoffwechselerkrankungen weiter verstärken soll.
Anpassungen in der Analystenbewertung
Trotz der positiven Nachrichten und der erhöhten Prognosen kam es am Markt zu einer Neubewertung der Aktie. Die Analysten von Wall Street Zen stuften das Papier am 21. Juli 2026 von „Strong Buy“ auf „Buy“ herab. Dennoch bleibt der Tenor innerhalb der Investmenthäuser überwiegend optimistisch. Die Analysten von Leerink Partners bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.344,95 USD, während Cantor Fitzgerald den Wert ebenfalls zum Kauf mit einem Ziel von 1.350 USD empfiehlt.
Anleger richten ihren Blick zudem auf die kommende Ausschüttung. Das Unternehmen zahlt eine vierteljährliche Dividende von 1,73 USD pro Aktie, wobei der Ex-Dividende-Tag für den 14. August 2026 festgelegt wurde. Aktuell notiert der Titel bei 1.002,20 € und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 9,20 % auf. Damit verbleibt die Aktie in Schlagdistanz zu ihrem bisherigen 52-Wochen-Hoch von 1.095,00 €, von dem sie derzeit rund 8,47 % entfernt ist. Neben der Produktpipeline ist Eli Lilly zudem Gründungsmitglied des Illumina Billion Cell Atlas, einem Projekt zur Kartierung von Krankheitsbiologien mittels CRISPR und Künstlicher Intelligenz, das bis Mitte Juli 2026 bereits über 350 Millionen Zellen sequenziert hat.
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